• vom 24.04.2018, 16:09 Uhr

Stadt & Land

Update: 24.04.2018, 16:18 Uhr

Woher kommt der Ortsname?

Alpine Heilung




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  • Woher kommt der Ortsname?


© Gemeinde Fieberbrunn © Gemeinde Fieberbrunn

Wer sich für Legenden und Sagen interessiert, ist in der Tiroler Gemeinde Fieberbrunn genau richtig. Sowohl über die Entstehung des Ortsnamens als auch über die des Wildsees erzählt man sich nämlich geheimnisvolle Ge-
schichten.

Heute ist der 4200-Einwohner-Ort im Bezirk Kitzbühel vor allem für seinen Fremdenverkehr berühmt und ist Teil der Tourismusregion Pillerseetal. 470.000 Nächtigungen bei 5300 Gästebetten zählt Fieberbrunn jährlich.


Früher hieß die Gemeinde Pramau und spielte damit auf die damalige Unfruchtbarkeit des Tals an. Den heutigen Namen erhielt sie nach einem sagenumwobenen Besuch im Jahr 1354. Die damalige Tiroler Landesfürstin Margarete von Tirol, genannt Margarete Maultasch, machte sich, vom Fieber geplagt, auf den Weg in den Ort und verließ ihn, nachdem sie von der Quelle des Brunnens getrunken hatte, befreit von diesem.

Seitdem tragen die berüchtigte Quelle und der Ort den Namen Fieberbrunn.

Statut erinnert an Maultasch
Knapp 300 Jahre später wird auch Claudia von Medici der Legende nach vom Wasser aus dem Brunnen geheilt. Bis heute gibt es allerdings keinen Beleg für diese beiden Heilungen. Trotzdem wurde 1971 eine Bronzestatue von Margarete Maultasch neben dem heutigen Brunnen aufgestellt. Auch das Gemeindewappen spielt auf die Legende an: Auf rotem Hintergrund zeigt es einen zweistrahligen Brunnen, über dem Brunnen sind zwei goldene Sterne und ein Kreuz in der Mitte.

Während die heilende Wirkung des Wassers wohl für immer ein Rätsel bleibt, ist die erste Nennung von Fieberbrunn im Jahr 1445 genau belegt. In Urkunden taucht der Name im 15. Jahrhundert in regelmäßigen Abständen auf, seltener wird auch die Kurzform "Prun" verwendet.

Die älteste bisher bekannte Bilddarstellung von Fieberbrunn ist ebenfalls genau belegt. Sie stammt aus dem Jahr 1655 und wurde vom Benediktinerpater Thomas Stifler angefertigt.

Sage um den Bergsee
Eine weitere Legende rankt sich auch um die Entstehung des Wildsees. Dieser Bergsee ist malerisch in den Kitzbüheler Alpen gelegen und eingebettet zwischen dem Hausberg von Fieberbrunn, dem Wildseeloder, und der sogenannten Henne. Die geheimnisvolle Sage um seine Entstehung handelt von den Sennerinnen und Sennern, die auf der Alm wirtschafteten. Mit der Zeit wurden sie übermütig und der Erzählung nach kegelten sie mit Brot- und Käselaiben. Das wurde vom Himmel mit Blitz und Donner bestraft, und als das Gewitter vorüber war, war an der Stelle der Almhütten der See, die Arbeiter hingegen waren verschwunden.

Mit der Eröffnung der Salzburg-Tiroler-Bahn 1875 tat sich eine neue Entwicklung für das stille Tal auf. Die Giselabahn, wie sie auch genannt wird, ist bis heute die einzige Verbindung zwischen Salzburg und Tirol, die ausschließlich auf österreichischem Gebiet verläuft.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-04-24 16:15:35
Letzte Änderung am 2018-04-24 16:18:33


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