• vom 29.05.2018, 17:47 Uhr

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Woher kommt der Ortsname?

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© Gemeinde Mailberg © Gemeinde Mailberg

Im Bezirk Hollabrunn liegt der kleine Ort Mailberg. Geprägt ist er vom Weinbau - nicht von elektronischen Nachrichten. Zur Gemeindegeschichte zählen aber auch Schlachten und Schenkungen, die weitreichende Folgen nach sich zogen.

Die ersten Nachweise auf eine Siedlungstätigkeit stammen aus dem dritten Jahrtausend, der Wald- und Fischreichtum diente als gute Existenzgrundlage. Zu dieser Zeit hieß die Marktgemeinde im nördlichen Weinviertel noch Mauriberg, das geht aus einer Urkunde aus 1055 hervor. Der Name deutet auf die Lage der damaligen Siedlung hin. Die mauergleichen Sandwände, die das kesselförmige Tal einkreisten, charakterisierten die Gegend.


Geschichtliche Bedeutung erlangte der Ort durch die Schlacht von Mailberg, die der Babenberger Leopold II. am 12. Mai 1082 gegen den Böhmenfürsten Wratislaw verlor. Davon zeugen auch große Mengen an Menschen- und Pferdeknochen, die vor mehr als 100 Jahren hier gefunden wurden.

Ein weiteres geschichtsträchtiges Ereignis fand im Jahr 1145 statt. Da nämlich wurde der Ort an den Johanniterorden geschenkt, der anschließend die Kommune Mailberg gründete. Mailberg lag zu Füßen des Friedhofberges, wurde aber nach der Schenkung verlegt. Der Orden baute auf einer kleinen Anhöhe südlich des Ortes ein Kloster.

Dieses Kloster war auch der Grundstein für das Schloss Mailberg, zu dem es im 16. Jahrhundert aus- und umgebaut wurde. Es befindet sich heute noch im Besitz des Malteser Ritterordens, die heutige Form des Johanniterordens. Die Bedeutung des Schlosses begründete sich aus seiner günstigen Lage: Es befand sich an einer wichtigen Handels- und Pilgerroute.

Dem Schloss zugehörig ist die Pfarrkirche von Mailberg, die dem heiligen Johannes dem Täufer gewidmet ist. Ursprünglich wurde sie im 13. Jahrhundert als gotische Hallenkirche gebaut und 1609 barockisiert.

200 Weinkeller
Einen guten Ausblick über Mailberg bietet die Kunigundenkirche aus dem 15. Jahrhundert, die sich auf dem markanten Hügel an der Nordseite des Dorfes befindet.

Die dritte Kirche in Mailberg, die heilige Grabkapelle, liegt etwas außerhalb und kam durch eine abenteuerliche Legende zu ihrem Namen. Ein Johanniter, der längere Zeit in Jerusalem verbrachte, kam nach Mailberg und wollte dort ebenfalls eine Grabeskapelle erbauen. Er erinnerte sich an die Entfernung vom Ölberg zur Grabeskirche in Jerusalem und schritt dieselbe Weglänge ab. Als Ausgangspunkt wählte er das Bergkirchlein St. Kunigunde. Am Ende des Weges ließ er die Grabkapelle errichten.

Heute ist im Schloss ein Hotel beherbergt, zudem befindet sich im Keller der Hauptsitz des sogenannten "Mailberg Valley". Eine Gemeinschaft, zu der sich die Weingüter im Ort zusammengeschlossen haben. Der Weinbau hat eine lange Tradition, bereits in einer Urkunde von 1207 ist davon die Rede. Aktuell befinden sich rund 200 Weinkeller im Ort.




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Dokument erstellt am 2018-05-29 17:55:05


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