• vom 19.06.2018, 15:34 Uhr

Stadt & Land

Update: 19.06.2018, 16:24 Uhr

Woher kommt der Ortsname?

Mit Weibern nichts am Hut




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© Gemeinde Weibern © Gemeinde Weibern

Erstmals genannt wurde der oberösterreichische Ort Weibern im Hausruckviertel in einer Urkunde von 785. Das Schriftstück existiert nicht mehr im Original, es gibt jedoch eine Abschrift. Die Römer nannten den Ort früher "Vivarium". Es ist die Bezeichnung für eine Sache, eine Einrichtung, die schon in die vorrömische Zeit zurückreicht. Das althochdeutsche Wort "wiwari" hat seine Wurzeln im lateinischen vivus und bedeutet lebendig. Vivarium bedeutet allgemein Behälter oder Gehege für lebende Tiere, also Tiergarten, Tierpark, Fischbassin oder einfach Gehege. Der Geschichtsforscher Kranzmayer weist darauf hin, dass Weibern eine Sachbezeichnung ist und weit weg von Oberösterreich ins Deutsche gekommen sein dürfte. Das könnte bedeuten, dass diese Einrichtung für die Viehhaltung von den Romanen benannt wurde, sie selber aber von den Illyrern, die ja außer Getreidebauern auch Viehzüchter waren, oder von den Kelten aus ihrer ursprünglichen Heimat übernommen wurde.

Ein Dorf oder nur ein Gutshof?
Bis jetzt wurden noch keine Siedlungsspuren aufgedeckt, weshalb nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, ob der Ort während der Römerzeit eine dörfliche Ansiedlung war oder nur aus einem einzelnen landwirtschaftlichen Gutshof, einer "Villa Rustica", bestand. Aus der wirtschaftlichen Situation des Raumes ergibt sich mit großer Wahrscheinlichkeit, dass ein einzeln stehender Gutshof den Ort beherrschte, da die landwirtschaftlichen Erzeugnisse gleich dort verarbeitet werden mussten.


Fünf Kilometer Hecken
Der älteste Fund ist ein Flachbeil aus Stein, dessen Alter auf vier- bis fünftausend Jahre geschätzt wird. Dieses befindet sich im Naturhistorischen Museum in Wien.

Weibern lag früher im Ostteil des Herzogtums Bayern. Seit dem 12. Jahrhundert gehörte der Ort zum Herzogtum Österreich und im Jahr 1490 wurde er dem eigenständigen Fürstentum "Österreich ob der Enns" zugerechnet. Zum Bundesland Oberösterreich gehört Weibern seit 1918. Als Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen wurde, war der Ort ein Teil von "Gau Oberdonau" und nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. 1972 erhielt die Gemeinde ihr Wappen, das ein "W" als Initiale zeigt.

Weibern hat 1700 Einwohner und wurde 1999 für die Pflanzung von rund fünf Kilometer Hecken zur "Heckenfreundlichsten Gemeinde Oberösterreichs" gewählt.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-19 15:40:41
Letzte Änderung am 2018-06-19 16:24:18


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