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Update: 02.10.2013, 16:48 Uhr

Startups

Wo Gründer der Schuh drückt




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Von Andrea Möchel

  • Neue österreichische Start-up-Initiative will Politik in die Pflicht nehmen
  • Unabhängige Plattform "AustrianStartups" vernetzt Unternehmer.

Rein ins Business: Passende Rahmenbedingungen erleichtern den Start . - © Foto: fotolia

Rein ins Business: Passende Rahmenbedingungen erleichtern den Start . © Foto: fotolia

Wien. Trotz Wirtschaftskrise kann sich Österreichs Gründerszene seit einigen Jahren über einen regelrechten Start-up-Boom vor allem im IT-Bereich freuen. Als Ursachen für diese Gründerwelle gelten deutlich verbesserte Rahmenbedingungen bei Förderungen und Vernetzung. Für Letztere steht heimischen Jungunternehmern mit dem Verein "AustrianStartups" nun eine neue professionelle Plattform zur Verfügung.

"Wir wollen alle Stakeholder unter ein Dach bringen, um Synergieeffekte nutzen zu können", skizziert Christoph Jeschke, Geschäftsführer der nicht-gewinnorientierten Initiative, die Zielvorgabe. Die unabhängige Plattform geht auf eine 2007 gegründete Facebook-Gruppe gleichen Namens zurück, deren Grundgedanke schon damals die Vernetzung der in Österreich verstreuten Start-ups war. Ein Ziel, dem man mit dem neuen Verein einen großen Schritt näher kommen will.


Die Initiatoren, Freunde und Förderer von "AustrianStartups" sind jedenfalls breit aufgestellt. Zu ihnen zählen neben Jungunternehmern auch Shared Office Spaces, Business Angels, diverse Förderstellen und Unternehmensberater. Als Hauptsponsor des Vereins fungiert die Internet Foundation Austria (IPA). Weitere Fördermitglieder sind unter anderen Pioneers, Sektor5, Styria Digital, Alps Ventures, Clusterhaus und der Privatsender ProSiebenSat.1Puls4.

Information

Mehr Infos unter
www.austrianstartups.com
facebook.com/austrianstartups

"Die Aggregation von Informationen auf einer zentralen Plattform ist derzeit unsere dringendste Aufgabe", schildert Jeschke seine Mission. Als Geschäftsführer koordiniert er jene lokalen Initiativen, die in den Landeshauptstädten als Partner die "AustrianStartups"-Idee umsetzen.

Zu tun gibt es jedenfalls genug, denn mittlerweile wagen geschätzte 500 Start-ups pro Jahr den Schritt ins Unternehmertum. Laut dem "Austria Start-up Report 2012" ist die Zahl der Firmengründungen von 14.361 im Jahr 1993 auf 35.279 im Jahr 2011 gestiegen, ein Großteil erfolgte in den Branchen IT und Kommunikation. Neben Graz, Linz und Salzburg hat vor allem Wien eine florierende Start-up-Szene. Um all diese verstreuten Projekte zu vernetzen, findet sich auf der "AustrianStartups"-Homepage bereits eine "Startup-Map" mit einem geografischen Verzeichnis aller Neo-Unternehmen. Ein Event-Kalender und ein übersichtlicher Guide durch den Förder-Dschungel zählen zu den weiteren Service-Angeboten an die Jungunternehmer.

Doch auch wenn der Gründermotor brummt, gibt es für Start-ups noch jede Menge Probleme. "Die Förderungen werden sehr intensiv genützt - kein Wunder, da es an privatem Risikokapital mangelt und Fördergelder einen Ausweg aus dem Problem der Start-Finanzierung versprechen", sagt Jeschke. "Dennoch ist der Prozess, an Fördergeld zu kommen, vergleichsweise kompliziert und könnte Start-up-freundlicher sein." Katastrophal sei die Situation bei Anschluss- und Wachstumsfinanzierungen - hier gebe es in Österreich de facto keine Mittel."

Wo die Jungunternehmer der Schuh sonst noch drückt, hat "AustrianStartups" mit der im Juni durchgeführten Umfrage "Status Quo der Startups in Österreich" erhoben. 600 Fragebögen wurden von heimischen Jungunternehmern beantwortet. "Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an der Auswertung der Umfrage, ein paar erste Trends kann ich aber schon verraten", sagt Jeschke zur "Wiener Zeitung". Ein wiederkehrendes Thema sei der Wunsch, Förderungen an die Bedürfnisse anzupassen und nicht ziel-, sondern prozessorientiert zu gestalten. Auch der Ruf nach mehr Risikokapital für Anschlussfinanzierungen sei klar zu erkennen. Ein weiteres "Mega-Thema" sei der IT-Fachkräftemangel und der Wunsch, diesem Notstand proaktiv zu begegnen, sowie im Bildungswesen mehr unternehmerische Inhalte zu vermitteln.

Die Ergebnisse werden demnächst in ein Arbeitspapier mit dem Titel "Visionen für die Österreichische Startup-Szene" Eingang finden. Dieses soll Vertretern der relevanten politischen Parteien in Österreich übergeben werden. "Unser Ziel ist es, konstruktiv und praxisbezogen daran zu arbeiten, Österreich zu einem freundlicheren Ort für junge Unternehmen zu machen", sagt Jeschke. Ganz nach dem Motto "Bitte fragt doch die, die es betrifft."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2013-10-02 16:44:04
Letzte Änderung am 2013-10-02 16:48:27


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