• vom 25.05.2012, 16:25 Uhr

Konsum & Gesellschaft

Update: 29.05.2012, 09:04 Uhr

Verbraucher

Wirbel um Bier-Kennzeichnung




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Von Sophia Freynschlag

  • Alkoholfreies Bier enthält Alkohol - Verbraucherorganisation Foodwatch ortet Irreführung von Konsumenten
  • Schlossgold, Null Komma Josef & Co enthalten so viel Alkohol wie Fruchtsaft.

Etikettenschwindel? Nur wenige Hersteller von alkoholfreiem Bier weisen auf den Alkoholgehalt hin.

Etikettenschwindel? Nur wenige Hersteller von alkoholfreiem Bier weisen auf den Alkoholgehalt hin.© WoGi - Fotolia Etikettenschwindel? Nur wenige Hersteller von alkoholfreiem Bier weisen auf den Alkoholgehalt hin.© WoGi - Fotolia

Wien. Viele als "alkoholfrei" bezeichneten Biere enthalten Alkohol - die deutsche Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert das als Etikettenschwindel. "Wo alkoholfrei drauf steht, darf auch kein Alkohol drin sein", sagt Oliver Huzinga von Foodwatch. Deshalb hat die Organisation das "alkoholfreie" Bier "Clausthaler Classic" von Radeberger, das laut Foodwatch 0,45 Volumenprozent Alkohol enthält, für den "Goldenen Windbeutel" 2012 für die frechste Werbelüge nominiert.

Die Ausschilderung ist legal: In Deutschland darf wie in Österreich als "alkoholfrei" gekennzeichnetes Bier nicht mehr als 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. Foodwatch fordert, dass das "alkoholfreie" Bier als "alkoholarmes" Bier ausgeschildert wird - wie in Großbritannien, wo nur Bier mit weniger als 0,05 Prozent Alkohol als "alkoholfrei" gilt. Die deutsche Marke Bitburger produziert sogar ein "Alkoholfrei 0,0%".


Der Alkoholgehalt muss nur bei Getränken mit mehr als 1,2 Prozent Alkohol angegeben werden. Die Produktaufmachung könnte Verbraucher irritieren, kritisiert der Verein für Konsumenteninformation (VKI): "Die Auslobung alkoholfrei‘ suggeriert Konsumenten, das Produkt sei gänzlich alkoholfrei. Für eine verbraucherfreundlichere Deklaration sollte der Restalkohol zumindest auf dem Etikett gekennzeichnet werden."

Risiko für trockene Alkoholiker

Allerdings: So viel Alkohol wie alkoholfreies Bier können auch Kefir, Apfel- oder Traubensaft enthalten - für Autofahrer stellen die geringen Mengen daher kein Risiko dar. Stillende dürfen gelegentlich alkoholfreies Bier trinken - es fördert die Milchbildung. Schwangere sollten lieber darauf verzichten - ebenso wie trockene Alkoholiker, die ein Schluck Bier wieder auf den Geschmack bringen könnte, warnt der VKI.

"Wir halten uns an die gesetzlichen Regelungen. Es ist unmöglich, sich mit alkoholfreiem Bier zu betrinken", sagt Veronika Fiereder, Sprecherin der Brau Union. Zum Braukonzern gehört die Marke Schlossgold mit 0,4 Prozent Alkohol, die seit 1984 mit "Prost ohne Promille" wirbt. Im Herbst des Vorjahres wurde das "Edelweiss Alkoholfrei" mit 0,5 Prozent Alkohol neu auf den Markt gebracht.

Seit dem Wechsel des Verpackungsdesigns im März zeichnet Ottakringer den Alkoholgehalt von bis zu 0,5 Prozent bei "Null Komma Josef" aus. "Wir kommen damit unserer Pflicht nach, auch wenn diese gar nicht gesetzlich verankert ist", sagt Ottakringer-Sprecherin Birgit Hessel.




Schlagwörter

Verbraucher, Getränke, Konsument, Bier

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2012-05-25 16:32:08
Letzte Änderung am 2012-05-29 09:04:29


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