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Forschung

Update: 05.12.2018, 17:13 Uhr

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Von Alexandra Grass

  • Das Forschungsinstitut in Klosterneuburg begeht 2019 sein zehnjähriges Bestehen.


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Wien. Seit seiner Gründung im Jahr 2009 setzt das in Klosterneuburg angesiedelte Institute of Science and Technology (IST) Austria auf Exzellenz und ist in nahezu zehn Jahren zu stattlicher Größe gelangt - gebäudetechnisch, personell, aber auch im wissenschaftlichen Output. Das Geheimnis des stetigen Wachstums und des internationalen Erfolgs könnte unter anderem an der hohen innerbetrieblichen personellen Fluktuation zu liegen. Doktoranden und Postdocs sind maximal fünf Jahre lang am Institut. Für die Professorenstellen werden nur die besten Köpfe genommen - und das ohne Blick auf das jeweilige Fachgebiet, skizzierte IST-Präsident Thomas Henzinger Dienstagabend im Rahmen eines Hintergrundgesprächs - "so ist es uns möglich, das Institut dynamisch zu halten".

Erfolg bei ERC-Grants
Von 1300 Bewerbern für die thematisch offenen Professuren wurden im Jahr 2018 nach einem strengen Auswahlverfahren fix vier Wissenschafter auf die Laufbahnstellen berufen. Dies sind der Mathematiker Tim Browning, der Neurobiologe Mario De Bono, der Quantenphysiker Andrew Higginbotham sowie der Physiker Scott Waitukaitis. Sie bauen sich nun eigene Forschergruppen auf dem Campus auf. Die Fluktuation unter den Doktoratsstellen garantiere einen regelmäßigen Austausch von Köpfen und mache damit innovative Forschung erst möglich, betonte Henzinger. Als Vorbild diene vor allem das Weizmann-Institut in Israel.


Derzeit sind am Rande Wiens insgesamt 700 Mitarbeiter, darunter 56 Forschergruppen tätig. Bis zum Jahr 2026 soll die Zahl auf bis zu 100 Gruppen anwachsen, kündigte Managing Director Georg Schneider an. Finanzielle Grundlage dafür bieten auch die eingeworbenen Drittmittel, die ein Viertel des Gesamtbudgets ausmachen müssen. In den vergangenen zehn Jahren seien aus diesen Töpfen 100 Millionen Euro hereingeflossen.

70 Prozent dieser Drittmittel stammen aus ERC-Geldern. Dafür schlägt sich das IST erfolgreich. Sind im europäischen Schnitt nur etwa zwölf bis 13 Prozent der Anträge für die hochdotierten und hart umkämpften ERC-Grants erfolgreich, könne man am heimischen Institut bisher eine Erfolgsquote von 50 Prozent vorweisen. Zwei Drittel der Professoren haben einen solchen Förderpreis schon in der Tasche. Eine Bestätigung für das hohe Niveau stelle auch eine Reihung des Fachblatts "Nature" dar. Von allen "Rising Stars", Forschungseinrichtungen, die weltweit innerhalb der letzten 30 Jahre gegründet wurden, erreichte das IST Platz 8 und ist als einzige Institution außerhalb Asiens in den Top Ten vertreten, zeigte sich Henzinger stolz.

Wissensvermittlung
Mit mehreren Veranstaltungen will das Institut im kommenden Jahr sein Jubiläum und seine Forschungsarbeit in den öffentlichen Mittelpunkt rücken. So heißt es etwa am 26. Mai "Open Campus" am Gelände. Dabei gibt es Grundlagenforschung zum An- und Begreifen. Unter dem Titel "Science in Challenging Times" werden zur Jubiläumsfeier am 4. Juni zahlreiche Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft empfangen.

Der nächste große Ausbauschritt wird ein Besucherzentrum im Herzen des Campus sein, um der Bevölkerung ab 2021 mehr Einblick in die Forschungsarbeit zu verschaffen. Künftig wird auch Wissensvermittlung im Fokus stehen. Ein Mini-Science-Center soll ebenso ab 2021 Schulen wissenschaftspädagogische Arbeit vor Ort ermöglichen. Das neue Chemiegebäude kann Henzinger zufolge 2020 bezogen werden.




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Dokument erstellt am 2018-12-05 17:04:45
Letzte Änderung am 2018-12-05 17:13:14


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