• vom 14.01.2019, 17:38 Uhr

Forschung

Update: 14.01.2019, 17:53 Uhr

Exzellenzinitiativew

Wettbewerb soll Österreichs Zukunft sichern




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Von Eva Stanzl

  • Trotz beachtlicher Investitionen in Forschung ist das Land immer noch im Rückstand - Exzellenzinitiative soll abhelfen.




© adobestock/tilialucida © adobestock/tilialucida

Wien. Klares Bekenntnis zur Spitzenforschung, straff strukturierte Doktoratsausbildungen, verlässliche Karrierepfade für Wissenschafter, mehr Wettbewerb in der Grundlagenforschung und eine klare, internationale Orientierung nicht nur nach Deutschland und Europa, sondern in die Welt: Diese Mischung soll laut Experten Österreich in die Zukunft führen. Eine Exzellenzinitiative, deren Grundrisse der Bundesregierung bis Ende Jänner vorgelegt werden soll, hat dies zum Ziel.

Das in Arbeit befindliche Papier ist ein zentrales Vorhaben der Forschungspolitik und soll in die geplante nationale Strategie für Forschung und Technologieentwicklung (FTI) einfließen. Die Exzellenzinitiative soll mehr Wettbewerb ins Wissenschaftssystem bringen, die Grundlagenforschung stärken und den Ruf der heimischen Universitäten international verbessern. In diesen Zielen ist sich die Expertengruppe einig, die der Bundesregierung bis Ende Jänner einen Entwurf für die Initiative vorlegen will. Ein Konzept dafür soll bei dem für Mai geplanten Forschungsgipfel präsentiert werden.


Mehr Ideen, mehr Arbeit
"Der Kampf um die globale Vormacht findet heute insbesondere im Bereich der Wissenschaften statt", sagt Hannes Androsch, Vorsitzender des Rats für Forschung und Technologieentwicklung, zur "Wiener Zeitung". "Das ist ein Kampf zwischen den USA, die immer noch am meisten investieren und hervorbringen, und den mit viel Energie aufholenden Chinesen." Die Budgets der Eliteunis in China könnten mit jenen in den USA mittlerweile durchaus mithalten. Auch bei der Zahl der Publikationen holt das Reich der Mitte mit inzwischen elf Prozent aller veröffentlichten Studien (2018) auf. "Europa ist weit abgeschlagen und Österreich liegt innerhalb Europas nur im oberen Mittelfeld", betont Androsch. Zwar konnte Österreich bis 2017 seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt gegenüber 2007 von 2,42 auf 3,16 Prozent steigern (2018: 3,19 Prozent). Damit hat unser Heimatland laut der Statistikbehörde Eurostat den zweithöchsten Wert unter den 28 EU-Staaten erreicht. Spitzenreiter ist Schweden mit 3,33 Prozent.

Dennoch haben andere Länder, die sogar etwas weniger investieren als Österreich, eine höhere Innovationskraft. In europäischen Innovationsrankings reihen Dänemark mit 3,06 Prozent Forschungsausgaben des BIP, Deutschland (3,02) und Finnland (2,76) vor Österreich, das im vorderen Mittelfeld verharrt. "Unser Geld fließt stark in Anwendungs- und Entwicklungsforschung, jedoch zu wenig in die Grundlagenwissenschaften, die die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit pro futuro sichert", hebt Androsch hervor. Mit der neuen FTI-Strategie gilt es daher aus Sicht des Rates, vor allem bestehende Effizienzbarrieren abzubauen.

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Dokument erstellt am 2019-01-14 17:50:26
Letzte Änderung am 2019-01-14 17:53:25



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