• vom 19.01.2004, 00:00 Uhr

Forschung

Update: 30.03.2005, 15:29 Uhr

Der Umzug der Privatuniversität IMADEC als internationale Standortbestimmung

Nach amerikanischem Vorbild




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Von Verena Franke

  • Die elitäre Privatuniversität IMADEC verlagerte mit Dezember 2003 ihren Standort. Vom Wiener Handelskai zog die Hochschule in das Schloss Laudon in Wien-Penzing. Gründe für den Umzug gibt es viele, doch wesentlich ist der Wunsch, den amerikanischen Universitätsvorbildern näher zu kommen.

Die bereits 1996 gegründete IMADEC, die erste österreichische Privatuniversität für Wirtschaft und Recht, ist mit dem Umzug in das Schloss Laudon ihren Vorstellungen einer elitären internationalen Universität nach amerikanischem Vorbild ein Stück näher gekommen.


"Die Umgebung eines Bildungsinstituts ist enorm wichtig. Es ist doch nicht egal, ob eine Universität neben einem Gefangenenhaus platziert ist, oder ein inspirierender Campus zur Verfügung steht, in dem man auch einmal die Seele baumeln lassen kann", sagt IMADEC-Vorsitzender Christian Joksch im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Das Schloss Laudon bietet - mit einem Teich, auf dem im Sommer malerisch Schwäne schwimmen, einem Tennisplatz und einem Hubschrauber-Landeplatz - einen idealen Campus. Für Christian Joksch ist das Umfeld einer Universität ein wichtiges Kriterium, das es, neben zwei weiteren, zu erfüllen gilt.

Professoren aus Texas

"Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Qualitätsmerkmale einer Privatuniversität zu erfüllen. Dazu gehört natürlich, neben dem Environment, die Frage der Professuren." Er betont, wie wichtig das Bildungsniveau und die internationale Reputation der Professoren sei. Nicht zu vergessen sei auch die Frage der Kompetenz im Lehrbereich. "Hier haben wir vielen Universitäten einiges voraus, aufgrund unserer Kooperation mit der angesehenen University of Texas at Austin."

Die US-Hochschule entsendet immer wieder Gastprofessoren nach Wien. Kurse des IMADEC-Programms können in den USA absolviert werden. Auch aus diesem Grund ist die Unterrichtssprache Englisch. "Denn die Welt ist der Markt, nicht nur Österreich", so Joksch. "Außerdem sollen IMADEC-Absolventen weltweit aktiv sein."

Ferner sieht Joksch als weiteres Qualitätsmerkmal die Zusammenarbeit der Kommili-

tonen. "Sitze ich neben ,Hinz und Kunz' ist es wirklich nicht motivierend. Sitze ich hingegen neben lauter Führungskräften aus verschiedenen Branchen, werde ich inspiriert." Joksch ist sich sicher, dass die Studenten 50 Prozent vom Professor lernen und 50 Prozent von den Kollegen.

Aus dieser Idee wurde im Herbst 2003 das offizielle Alumni-Netzwerk gegründet. "Absolventen, die sich in der Mitte des Lebens befinden, sind bereits in viele verschiedene Netzwerke eingebunden." Aus diesem Grund soll sich das Alumni-Netzwerk in der Qualität von anderen Netzwerken abheben. "Abgesehen davon, dass alle Branchen vertreten sind, so kennen sich die Studenten von der Schulbank her und haben gemeinsam schwierige Situationen gemeistert. Das schweißt zusammen." Jedes Jahr absolvieren 50 bis 60 Studenten das Post-graduate Studium der IMADEC.

Joksch hat es sich zum Ziel gesetzt, den alten Klischees der Universitäten entgegen zu wirken. "Die veralteten Merkmale einer guten Universität gehören begraben. Eine Uni ist nicht erst eine Uni, wenn sie 50 Millionen Bücher in der Bibliothek hat, denn heute findet man diese Bücher alle im Internet." Wer die medialen Möglichkeiten nicht nütze, habe keinen Platz in der Bildungslandschaft, betont Joksch. "Auch der Aberglaube, je verstaubter eine Institution, umso wissenschaftlicher ist sie, gehört absolut der Vergangenheit an."

Freiheit der Wissenschaft und Freiheit der Forschung sind die Credos der Privatuniversität. Eine Wissenselite zu formen und diese in enge Verbindung mit der IMADEC Universität zu bringen, wie es in den USA seit langem üblich ist, sind die langfristigen Vorhaben des Vorsitzenden Christian Joksch.

Die IMADEC-Universität bietet zurzeit ein akkreditiertes international anerkanntes "Executive MBA" (Master of Business Administration) Programm, ein Aufbaustudium zum "International Master of Law and Economics" (MLE) und einen juristischen Abschluss als "International Master of Laws" (LL.M.) an.

Informationen online unter http://www.imadec.ac.at

Weitere akkreditierte Privatuniversitäten

Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz, Bethlehemstraße Nr. 20, 4020 Linz

http://www.kth-linz.ac.at

Webster University Vienna, Berchtoldgasse 1, 1220 Wien http://www.webster.ac.at

Private Universität für Medizinische Informatik und Technik Tirol, Anichstraße 35, 6020 Innsbruck http://www.UMIT.at

PEF Privatuniversität für Management, Brahmsplatz 3, 1040 Wien

http://www.pef.at

Private Medizinische Universität Salzburg, Müllner Hauptstraße 48, 5020 Salzburg

http://www.pmu.ac.at

TCM Privatuniversität für traditionelle chinesische Medizin Wien, Grinzinger Straße 79, 1190 Wien http://tcm-university.edu/

Bruckner Privatuniversität Linz, Wildbergstr. 18, 4040 Linz http://www.bk-linz.at/

(* Erlass des Ministeriums noch ausständig)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2004-01-19 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-03-30 15:29:00

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