• vom 05.07.2013, 16:44 Uhr

Forschung

Update: 05.07.2013, 18:05 Uhr

Heinrich Schmidinger

Politikum Linzer Medizin-Fakultät




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  • Uniko-Präsident Schmidinger ist von dem Projekt keineswegs überzeugt.

Wien. (ski) Die Skepsis gegenüber der Errichtung einer Medizin-Fakultät an der Linzer Johannes-Kepler-Universität ist unter Österreichs Rektorinnen und Rektoren groß. Schon beim Forschungsheurigen des Wissenschaftsministeriums am Mittwoch in Wien wurde unverhohlen darüber gesprochen, dass wieder einmal vor Wahlen eine sachlich äußerst umstrittene, rein politisch motivierte Entscheidung getroffen zu werden droht.


Am Donnerstag kritisierte dann Heinrich Schmidinger, Präsident der Universitätenkonferenz (Uniko) und Rektor der Universität Salzburg, dass die Uniko bisher nur "Überschriften und Zahlen, die nicht nachrechenbar sind", aber keine aussagekräftigen Unterlagen für eine Entscheidung erhalten habe. Man gehe zwar "ergebnisoffen" in die Sitzung der Hochschulkonferenz am 10. Juli zu diesem Thema, sagte Schmidinger, ergänzte aber, es sei "ganz schwierig eine Argumentation zu führen, wenn die Begründung für die Schaffung einer Fakultät fragwürdig ist". Weder ein Mangel an Landärzten noch das Abwandern von Medizinern ins Ausland würde eine neue Medizin-Fakultät beheben. Und seitens der EU würde in der Folge "todsicher" das Thema Mediziner-Quote (die Österreich derzeit einen hohen Anteil an den Medizin-Studierenden sichert) neu diskutiert.

Salzburg will Bund klagen
Der Hochschulkonferenz gehören neun Vertreter von Wissenschaftsministerium, Uniko, Fachhochschulkonferenz, Uni-Senaten, Wissenschaftsrat und Hochschülerschaft (ÖH) an. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle hat angekündigt, einer einstimmigen Empfehlung dieses Beratungsgremiums nachzukommen. Aus Sicht Schmidingers ist die Entscheidung über die Medizin-Fakultät eine "Nagelprobe für den Stellenwert der Hochschulkonferenz", zeitlich werde man sich nicht unter Druck setzen lassen: "Wenn wir overruled werden, werden wir das nicht einfach schlucken."

Bemerkenswert findet Schmidinger den Einsatz so vieler Regierungsmitglieder für eine Linzer Medizin-Fakultät, einen solchen würde er sich auch für andere Unis wünschen. Und wenn nun Finanzministerin Maria Fekter plötzlich Rücklagen für dieses Projekt auflöse, frage er sich schon, woher diese kämen.

Inzwischen wies das Land Salzburg darauf hin, dass Salzburg die älteren Rechte auf die Errichtung einer Medizin-Fakultät habe. Man bereite eine Klage gegen den Bund beim Verfassungsgerichtshof vor, mit der die Vergütung des klinischen Mehraufwandes an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg eingeklagt werden soll.




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Dokument erstellt am 2013-07-05 16:47:07
Letzte Änderung am 2013-07-05 18:05:11


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