• vom 15.12.2014, 17:10 Uhr

Forschung


Schrödinger Preise und Starting Grants

Hochdotierte Preise für österreichische Forscher




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  • Schrödinger-Preis der ÖAW für epigenetische Forschung; zehn hochdotierte "Starting Grants" an Universität Wien.

Denise Barlow ist Schrödinger-Preisträgerin 2014.

Denise Barlow ist Schrödinger-Preisträgerin 2014.© CeMM/ÖAW Denise Barlow ist Schrödinger-Preisträgerin 2014.© CeMM/ÖAW

Wien. (apa/est) Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gab am Montag die Vergabe ihrer drei höchsten Preise 2014 bekannt. Der mit 50.000 Euro dotierte Erwin-Schrödinger-Preis ging an die Molekularbiologin Denise Barlow vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin CeMM der ÖAW. Barlow ist Pionierin auf dem Gebiet der Epigenetik.

Nach wie vor gibt es keine einheitliche Meinung dazu, inwieweit wir von unseren Genen vorprogrammiert oder von der Umwelt geprägt sind. Das Gebiet der Epigenetik will dieses Spannungsfeld überbrücken. Die Epigenetik wird meist als "Studium der erblichen Veränderungen in der Genomfunktion, die ohne eine Änderung der DNA-Sequenz auftreten" definiert. Die Grundlage sind Veränderungen an den Chromosomen, die einzelne Abschnitte in ihrer Aktivität beeinflussen oder prägen.


Denise Barlow studierte nach einer Ausbildung als Krankenschwester Zoologie und Biochemie an der Universitäten Reading, Warwick und Oxford. Seit 2003 ist sie Principal Investigator am CeMM in Wien und gilt als führende Wissenschafterin im Bereich der genetischen Prägung. 1991 gelang es der überwiegend in Österreich forschenden Britin erstmals, ein geprägtes Gen - einen Wachstumsfaktor namens IGF2R - bei der Maus zu identifizieren. Jüngst konnte sie einen Mechanismus finden, der Gene in Säugetieren abschaltet. Nun untersucht Barlow, ob dieser Mechanismus bei Entwicklungs- und Krankheitsprozessen eine Rolle spielt.

In Anerkennung seiner Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Alttestamentlichen Bibelwissenschaft wurde der Theologe Georg Braulik von der Universität Wien mit dem Wilhelm Hartel-Preis der ÖAW ausgezeichnet. Der in Vorarlberg geborene Psychologe Claus Lamm erhielt für seine Forschungsleistungen im Bereich der neurowissenschaftlichen und biologischen Mechanismen des menschlichen Sozialverhaltens den Elisabeth-Lutz-Preis.

Weiters bekommen zehn in Österreich tätige Nachwuchsforscher heuer einen der begehrten "Starting Grants" des Europäischen Forschungsrats (ERC). Mit den mit je bis zu zwei Millionen Euro dotierten Förderpreisen finanziert die EU fünfjährige Grundlagenforschungsprojekte von hervorragenden jungen Wissenschaftern. Die 328 Preisträger wurden aus 3300 Anträgen ausgewählt. Sie erhalten Förderungen in einem Gesamtvolumen von 485 Millionen Euro. Die meisten "Starting Grants" gingen an Wissenschafter in Forschungseinrichtungen in Deutschland (70), Großbritannien (55), Frankreich (43) und Niederlande (34). Die meisten "Starting Grants" in Österreich erhielt heuer die Uni Wien.

Neben den Lebenswissenschafterinnen Dagmar Woebken vom Department für Mikrobiologie und Angela Hancock vom Department für Strukturbiologie der Universität Wien erhält mit Dagmar Wujastyk eine weitere Frau den Förderpreis. Die derzeit an der Uni Zürich tätige Spezialistin für Geschichte der südasiatischen Medizin wechselt mit ihrem Grant nach Wien und wird sich in ihrem ERC-Projekt mit der Geschichte von Yoga, Ayurveda und Alchemie in Südasien beschäftigen.




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Dokument erstellt am 2014-12-15 17:14:11


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