• vom 12.03.2015, 17:17 Uhr

Forschung


650 Jahre Universität Wien

"Uni lässt sich nicht in einer Zahl abbilden"




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  • 650 Jahre Universität Wien: Wissenschaftsminister Mitterlehner stören "irritierende Rankings" nicht.

Engl: "Freier Uni-Zugang muss finanzierbar sein."

Engl: "Freier Uni-Zugang muss finanzierbar sein."© apa/Neubauer Engl: "Freier Uni-Zugang muss finanzierbar sein."© apa/Neubauer

Wien. (est) Mit Talar und Barett sowie ihren Amtsketten begingen die anwesenden Rektoren etlicher Universitäten am Donnerstag mit einem feierlichen Festakt den 650. Jahrestag der Gründung der Universität Wien durch Rudolf den Stifter. Farbtragende Studenten posierten in der Aula, die IG LektorInnen und WissensarbeiterInnen protestierte gegen prekäre Dienstverhältnisse. Papst Franziskus gratulierte mit einem persönlichen Schreiben, die Österreichische Hochschülerschaft sah dagegen "keinen Grund zum Feiern" und gratulierte nicht. Sie begründete dies mit einem Transparent: "650 Jahre Uni Wien - Nur 118 Jahre Zugang für Frauen - Nur fünf Jahre Genderprofessur".

Humanistische Vision
Am 12. März 1365 unterzeichneten Herzog Rudolf IV und zwei seiner Brüder die Stiftungsurkunde für eine Wiener Universität. In heutiges Deutsch übertragen und leicht gekürzt lautet das Stiftungsziel: "damit Gemeinwohl, gerechte Gerichte, menschliche Vernunft und Bescheidenheit zunehmen und wachsen und (...) ein jeder weise Mensch vernünftiger, und ein unweiser zu menschlicher Vernunft gebracht werde." "Die humanistische Vision dieser Stiftung zeigt sich im Vergleich zu anderen Gründungsurkunden", betonte der schweizerisch-österreichischer Biochemiker Gottfried Schatz in seinem Festvortrag. Etwa habe der Lehrkörper der britischen Universität Cambridge das Recht gehabt, seine Mitglieder selbst zu bestrafen. Der Wiener Stiftungszweck hingegen sei gewesen, "Menschen das Vertrauen in den eigenen Verstand" zu geben und sie zu "ermutigen, allgemein akzeptierte Dogmen und vorgefasste Meinungen zu hinterfragen", fand Schatz.


Der Festakt bildete den Startschuss für eine Reihe von Jubiläumsveranstaltungen. "In den kommenden Monaten wollen wir informieren, wozu eine Universität da ist, und vermitteln, wie Grundlagenforschung mit Innovation im Zusammenhang steht", sagte Heinz Engl, Rektor der Alma Mater Rudolphina, vor Journalisten im Vorfeld der Feier.

Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner ließ sich die Feststimmung durch das Uni-Reputations-Ranking der Londoner "Times", die keine einzige österreichische Hochschule unter die Top 100 der angesehensten Unis reiht, nicht verderben. "Lassen Sie sich nicht durch Positionen in Rankings irritieren, die auf subjektiven Bewertungen beruhen", sagte er: "Eine Uni lässt sich nicht in einer einzigen Zahl abbilden. Relevanter sind Fachrankings." So liege die Uni Wien beim QS Top Universities Ranking in 18 von 30 Fächern in den Top 200 und sei es im Shanghai Ranking gelungen, in Physik, Mathematik und Geisteswissenschaften unter die Top 100 zu kommen. Die Ausgliederung der Medizinuni Wien hätte allerdings Rangplätze bei Zitierungen von Fachpublikationen gekostet.

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Dokument erstellt am 2015-03-12 17:20:05


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