• vom 04.07.2016, 13:37 Uhr

Forschung

Update: 04.07.2016, 15:55 Uhr

Raumfahrt

Rendezvous mit dem Jupiter




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Von WZ Online, APA, AFP

  • Raumsonde Juno erreicht den Planeten nach fünfjähriger Reise. Forscher sind nervös vor Abbremsmanöver.

Der Jupiter hat Besuch von der Erde: Nach fast fünfjähriger Reise ist die NASA-Sonde Juno bei dem Gasplaneten angekommen. Damit beginnt auch die erste kritische Phase der Mission: Das Haupttriebwerk von "Juno" wird 35 Minuten lang gezündet, um das Raumfahrzeug abzubremsen und so in einen Jupiter-Orbit zu zwingen.



Mit dem Abbremsen der Sonde erwartet die Missionswissenschafter ein "spannendes Manöver", wie die US-Weltraumbehörde NASA kurz vor Ankunft der solarbetriebene Sonde am Jupiter mitteilte. Wenn alles glatt läuft, soll sich die Raumsonde Dienstag früh unserer Zeit in einer stabilen Umlaufbahn befinden.

Suche nach Wasser

Juno, benannt nach der Gattin des Göttervaters Jupiter in der römischen Mythologie, soll sowohl den Wassergehalt in der Jupiter-Atmosphäre wie die Magnetosphäre des Planeten erforschen.

Außerdem erhoffen sich die Forscher von den Daten der Sonde Aufschluss darüber, ob der Gasplanet mit seinen gigantischen Wolkenbändern einen festen Kern aus schweren Elementen besitzt.

Dazu soll die Sonde den Jupiter 20 Monate lang insgesamt 37 Man umrunden und sich dabei dessen äußersten Atmosphäre-Wolken auf bis zu 5.000 Kilometer nähern. Ihre Energie erhält Juno von Solarzellen, weshalb sie nie in den Jupiterschatten eintauchen darf.

Keine andere Raumsonde hat den bei weitem größten Planeten unseres Sonnensystems bisher so eng umkreist. Auf ihrer Bahn um Jupiter wird Juno einer hohen Strahlung in dessen Atmosphäre ausgesetzt sein.

Wenn alle Aufgaben erledigt sind, soll Juno im Februar 2018 geplant in die Jupiteratmosphäre stürzen..

Eine Reise in die Vergangenheit

Die Reise zu dem Gasriesen ist auch ein Flug in die Anfänge des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren: Unter den acht Planeten gilt Jupiter als der erste, der sich nach Geburt der Sonne gebildet hat. Jupiter bildete sich also aus einem Großteil der Materie, die bei der Entstehung der Sonne übrig geblieben war.

Mit Hilfe der NASA-Sonde wollen die Forscher zudem mehr über das extrem starke Magnetfeld des Jupiter erfahren und über den sogenannten Großen Roten Fleck auf der Südhalbkugel des Riesenplaneten, einen Sturm, größer als die Erde, der seit mehr als 300 Jahren beobachtet wird.

Der Jupiter

Der Jupiter weist einen Durchmesser von knapp 143.000 Kilometern auf und umkreist die Sonne in einer Entfernung von 740 bis 815 Millionen Kilometern. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Entfernung zwischen Erde und Sonne beträgt rund 150 Millionen Kilometer.

Der Jupiter ist der sonnennächste der vier sogenannten äußeren Planeten, zu denen auch Saturn, Uranus und Neptun gehören. Die Erde zählt mit Merkur, Venus und Mars zu den inneren Planeten.





Schlagwörter

Raumfahrt, Jupiter, Juno, NASA

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-07-04 13:39:49
Letzte Änderung am 2016-07-04 15:55:30


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