• vom 09.11.2016, 16:13 Uhr

Forschung


Spenden für Universitäten

Wer zahlt, schafft an: Ethik im Spendenwesen an den Universitäten




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Von Eva Stanzl

  • Hochschulen sollen private Gelder einwerben - nun sollen Verhaltensregeln verhindern, dass Spender zu viel Einfluss nehmen.

Spendernamen zieren US-Unis. In Österreich ist dies noch nicht üblich.

Spendernamen zieren US-Unis. In Österreich ist dies noch nicht üblich.© Archiv Spendernamen zieren US-Unis. In Österreich ist dies noch nicht üblich.© Archiv

Wien. Österreichs Hochschulen sind dazu angehalten, aktiv Gelder aus der Wirtschaft einzuwerben, denn die staatlichen Mittel steigen weniger als die Profite von Unternehmen und gemeinnützigen Stiftungen. "Stiften für die Forschung" ist das Ziel des heuer neuen Stiftungsrechts - die Reform begünstigt Spenden und soll den Hochschulen helfen, mehr private Gelder einzuwerben. Denn das Land benötigt neue Medikamente, neue Impfungen, neue Mobilität, Materialien, Leiterplatten, Computer - in Summe alles, was nur Wissenschaft hervorbringt.

Doch wer zahlt, schafft an - und die neuen Zuwendungen könnten auch neue Pflichten bringen. Der deutsche Jurist Gerhard Caspar, ehemaliger Präsident der amerikanischen Eliteuniversität Stanford, die stark von ihren Mäzenen lebt, betonte in einem Interview mit der Austria Presse Agentur, dass große Förderstiftungen - wie Volkswagen, Thyssen, Ford oder Rockefeller - sehr klare Vorstellungen haben von dem, was sie bewirken wollen, und dabei durchaus andere Interessen verfolgen als die Universitäten. Ähnlich formuliert es Markus Scholz, Professor für Corporate Governance und Wirtschaftsethik an der Fachhochschule Wien: "Die Zusammenarbeit mit Stiftungsunternehmen kann die Forschungsagenden verändern."


Weniger privat, aber umso heißer diskutiert wurde die Tatsache, dass das US-Verteidigungsministerium in Österreich universitäre Forschung fördert: Soll es, darf es das? Und müssen wir, die Öffentlichkeit, das wissen? Die von der "Wiener Zeitung" aufgedeckte Story führte zu einer parlamentarischen Anfrage und einer Diskussion über Ethik im Drittmittel- und Spendenwesen. Doch während hierzulande die meisten Drittmittel von Förderagenturen kompetitiv vergeben werden, stellen sich bei privaten Mitteln neue Fragen.

Welche Abhängigkeiten ergeben sich aus Spenden? Gibt es Grenzen, von wem eine Hochschule Geld annehmen darf, kann oder will? Wie viel Transparenz ist nötig und verträglich? Sollen die Unis ihre Geldquellen offenlegen, oder - ganz im Gegenteil - die Spender anonym bleiben? Welche Gefahren bergen hohe Summen aus privater Hand für die Freiheit der Forschung? Fällt sie dem Kampf um neues Geld zum Opfer, indem die Hochschulen für eine gute Finanzierung ein Auge zudrücken? Ist das Ideal der unabhängigen Wissenschaft, frei von ökonomischen Interessen, so es das je gegeben hat, bald tot?

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Dokument erstellt am 2016-11-09 16:17:07



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