• vom 05.02.2018, 11:53 Uhr

Forschung

Update: 05.02.2018, 17:16 Uhr

Genetik

Josef Penninger geht zurück nach Kanada




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Von WZ Online, APA

  • Renommierter Genetiker und IMBA-Chef wird in Vancouver das Life Sciences Institute leiten.

Genetiker und IMBA-Chef Josef Penninger geht zurück nach Kanada.

Genetiker und IMBA-Chef Josef Penninger geht zurück nach Kanada.© APAweb, Georg Hochmuth Genetiker und IMBA-Chef Josef Penninger geht zurück nach Kanada.© APAweb, Georg Hochmuth

Wien/Vancouver. Der Direktor des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Josef Penninger (53), verlässt Österreich in Richtung Kanada. Er wird einen Ruf an die University of British Columbia in Vancouver annehmen, wie das IMBA am Montag in einer Aussendung mitteilte. Der renommierte Genetiker war bereits vor seiner Rückkehr nach Österreich 2003 in Kanada tätig.

In Vancouver wird Penninger das dortige Life Sciences Institute (LSI) leiten. Dabei handle es sich um das größte Institut seiner Art in Kanada. Für den Wissenschafter, der regelmäßig in Top-Fachzeitschriften publiziert, stelle das Angebot eine "sehr reizvolle und spannende Herausforderung dar", hieß es seitens des IMBA. Die Berufung bringe einen der führenden österreichischen Wissenschafter "in eine internationale Top-Position".

Unter der Führung seines Gründungsdirektors sei das IMBA "zu einer erfolgreichen und international anerkannten Forschungsstätte für biomedizinische Grundlagenforschung" aufgestiegen. "Wir haben mit dem IMBA herausragende Aufbauarbeit geleistet. Für die Zukunft der Forschung in Österreich wünsche ich mir, dass die Begeisterung für Wissenschaft wieder neu gezündet wird, aber auch die Notwendigkeit der Forschung für die Zukunft des Landes erkannt wird, egal ob wir hier über moderne Medizin, Arbeitsplätze oder Know-how-Gewinn reden", so Penninger, der noch keine Details zum Zeitplan seiner Übersiedlung in den Westen Kanadas nannte. Er werde Österreich jedenfalls verbunden bleiben.

Aufsehenerregende Erkenntnisse

Penniger wurde am 5. September 1964 im oberösterreichischen Gurten geboren. Nach dem Studium an der Universität Innsbruck zog es ihn nach Kanada, wo er beim Pharmakonzern Amgen und an der University of Toronto tätig war. Dort legte er den Grundstein für seine aufsehenerregenden Erkenntnisse zur Funktionsweise des Knochenstoffwechsels. Seine Forschungsarbeit bildete die Basis für ein Medikament mit dem Wirkstoff Denosumab, das heute weltweit zur Therapie der Osteoporose eingesetzt wird.

Im Lauf der vergangenen 15 Jahre baute der Wissenschafter das IMBA federführend auf. In diese Zeit fielen neue Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Osteoporose und Brustkrebs, sowie Lungenkrebs. Auch das Wiener Biotech-Unternehmen Apeiron wurde von Penninger mitbegründet.

Rund um eine mögliche Abwanderung des Genetikers nach Deutschland gingen erstmals im Mai 2015 die Wogen hoch. Dank finanzieller Zugeständnisse von in Summe mehr als 20 Millionen Euro an das IMBA seitens des Wissenschaftsministeriums und der Stadt Wien konnte Penninger damals gehalten werden.

Auch ein "Alarmruf"

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und der Präsident der Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Anton Zeilinger, gratulierten am Montag Penninger zu seiner Berufung an die University of British Columbia. Erfreut zeigte sich auch der Verband der pharmazeutischen Industrie (Pharmig), der die Personalia aber auch als "Alarmruf" sieht.

"Neben seinen persönlichen exzellenten Forschungsleistungen" habe der Gründungsdirektor des Wiener Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der ÖAW "auch maßgeblich die Entwicklung des heimischen Life Sciences Standorts mitgeprägt", so Faßmann. Durch seine "Anregungen und Vorschläge brachte er sich auch immer wieder in die heimische Forschungspolitik ein und fungierte als deren wichtiger Partner".

Als "bemerkenswerte Erfolgsgeschichte" bezeichnete Zeilinger die Entwicklung des IMBA, das Penninger ab dem Jahr 2002 federführend aufgebaut hat. Mit der Leitung des Life Sciences Institute (LSI) in Vancouver wurde der Oberösterreicher nun "für eine der international begehrtesten Positionen" in den Lebenswissenschaften ausgewählt, attestierte der ÖAW-Chef. Die Berufung zeige "deutlich, dass die Spitzenforschung in Österreich international wahrgenommen wird und ist eine Auszeichnung für die heimische Grundlagenforschung."

Penninger vertrete Österreich "nun auf internationalem Top-Niveau", so auch Pharmig-Präsident Martin Munte. Für den Forschungsstandort Österreich sei der Abgang allerdings ein "herber Verlust". Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber wertet den Erfolg auch als "Alarmruf für die heimische Politik". Es gelte nun dafür zu sorgen, dass "die international anerkannte Stellung Österreichs auf dem Gebiet der Forschung nicht verloren geht".



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Genetik, Josef Penninger

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Dokument erstellt am 2018-02-05 11:54:17
Letzte Änderung am 2018-02-05 17:16:00


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