• vom 17.05.2018, 16:51 Uhr

Forschung


Astronomie

Sauerstoff gibt Hinweis auf frühe Sternentstehung




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    Köln/London. In einer fernen Galaxie hat ein Forscherteam Hinweise auf die Entstehung von Sternen nur 250 Millionen Jahre nach dem Urknall entdeckt, wie die Europäische Südsternwarte (ESO) in Garching mitteilte. Damit könnten Wissenschafter nun "in eine noch frühere, völlig unbekannte Periode der kosmischen Geschichte eintauchen", erklärte Nicolas Laporte vom University College London.

    Bei der fernen Sterneninsel namens MACS1149-JD1 handelt es sich den Forschern zufolge um die am weitesten entfernte Galaxie, die je vom Alma-Observatorium oder dem Very Large Teleskope der ESO in Chile beobachtet wurde. Dabei entdeckten die Wissenschafter ein sehr schwaches Leuchten von ionisiertem Sauerstoff. Auf seinem Weg durch das All wurde dieses Infrarotlicht durch die Expansion des Universums auf eine mehr als zehnmal längere Wellenlänge gedehnt, bis es die Erde erreichte und von den Teleskopen nachgewiesen werden konnte. Das Team folgerte, dass das Signal vor 13,3 Milliarden Jahren - oder 500 Millionen Jahre nach dem Urknall - ausgesendet wurde.


    Deutliches Zeichen
    Dabei handelt es sich um den am weitesten entfernten Sauerstoff, der jemals von einem Teleskop erfasst wurde. Die Anwesenheit von Sauerstoff werten die Astronomen im Fachblatt "Nature" als deutliches Zeichen dafür, dass es noch frühere Generationen von Sternen in dieser Galaxie gegeben haben muss. Diese Entdeckung würde die Grenzen des beobachtbaren Universums verschieben.

    In der ersten Zeit nach dem Urknall gab es im All keinen Sauerstoff - er wurde erst durch die Fusionsprozesse der ersten Sterne erzeugt und freigesetzt, als diese Sterne starben. Der nunmehrige Sauerstoffnachweis zeige, dass diese früheren Sterngenerationen 500 Millionen Jahre nach Beginn des Universums bereits existiert haben müssen.




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    Dokument erstellt am 2018-05-17 16:57:58


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