• vom 13.06.2018, 19:00 Uhr

Forschung

Update: 14.06.2018, 09:43 Uhr

Klimatologie

Das Eis der Antarktis schmilzt immer schneller




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  • Der Klimawandel hinterlässt Spuren: Die Masseverlust hat sich seit 2012 fast verdreifacht.

Die Analyse zeigt, dass die Antarktis vor 2012 jährlich rund 76 Milliarden Tonnen Eis verloren hat.

Die Analyse zeigt, dass die Antarktis vor 2012 jährlich rund 76 Milliarden Tonnen Eis verloren hat.© APAweb, ap, Andrew Shepherd, University of Leeds Die Analyse zeigt, dass die Antarktis vor 2012 jährlich rund 76 Milliarden Tonnen Eis verloren hat.© APAweb, ap, Andrew Shepherd, University of Leeds

Innsbruck/Leeds. Die Antarktis hat zwischen 1992 und 2017 rund drei Billionen Tonnen Eis verloren, das Abschmelzen hat sich seit 2012 deutlich beschleunigt. Der Meeresspiegel ist dadurch um 7,6 Millimeter angestiegen, drei Millimeter davon alleine in den letzten fünf Jahren. Das berichtet ein internationales Forscherteam, darunter Wissenschafter aus Innsbruck, im Fachblatt "Nature".

"Unserer Analyse zufolge verzeichnet die Antarktis in den vergangenen zehn Jahren einen zunehmenden Verlust der Eismasse, was einen Anstieg des Meeresspiegels verursacht, der schneller ist als je zuvor in den vergangenen 25 Jahren", erklärte Studienleiter Andrew Shepherd von der University of Leeds (Großbritannien). Die Antarktis hat genug Wasser in Form von Eis gespeichert, um den Meeresspiegel um 58 Meter ansteigen zu lassen.


Entwicklung unterschiedlich
Die Forscher haben für die Klimabewertung "Ice Sheet Mass Balance Inter-comparison Exercise" 24 satellitenbasierte Schätzungen der antarktischen Eismasse ausgewertet. Dabei wurden drei verschiedene Messmethoden kombiniert: Messungen der Eishöhe, Messungen der Schwerkraft und die sogenannte Input-Output-Methode, bei der der Zuwachs durch Schnee sowie die Verluste durch Schmelzen, Kalben der Gletscher und Abfluss des Eises berechnet werden. Letztere Methode eignet sich speziell für Gebiete, wo es starke Änderungen gibt, wie etwa auf der Antarktischen Halbinsel, erklärt Thomas Nagler von der Innsbrucker Forschungsfirma ENVEO IT, einer der Studienautoren.

Die Analyse zeigt, dass die Antarktis vor 2012 jährlich rund 76 Milliarden Tonnen Eis verloren hat, was zu einem Anstieg des Meeresspiegels von 0,2 Millimeter pro Jahr geführt hat. Seither hat sich die Eisschmelze deutlich beschleunigt: Zwischen 2012 und 2017 sind jährlich 219 Milliarden Tonnen Eis abgeschmolzen - fast drei Mal so viel wie vor 2012. Der Meeresspiegel ist dadurch um 0,6 Millimeter pro Jahr gestiegen.

Dabei ist die Entwicklung nicht überall gleich auf dem Kontinent: Einzig der Ostantarktische Eisschild hat sich in den letzten 25 Jahren nur wenig verändert. Im Westen verdreifachte sich die Verlustrate. Das geht vor allem auf das Konto der beiden riesigen Gletscher Pine Island und Thwaites, die sehr rasch abschmelzen.

Auf der Antarktischen Halbinsel ist vor allem das Zerfallen des Schelfeises für den Verlust verantwortlich. Dabei handelt es sich um auf dem Meer schwimmende Eisplatten, die von Gletschern gespeist werden und noch mit ihnen verbunden sind. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind sieben Schelfeise an der Antarktischen Halbinsel zerfallen oder stark zurückgegangen, erst im Vorjahr brach ein riesiger Eisberg vom Larsen-C-Schelfeis los.




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Dokument erstellt am 2018-06-13 16:28:26
Letzte Änderung am 2018-06-14 09:43:25


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