• vom 14.09.2018, 16:28 Uhr

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Voodoo gegen den Chef und Spucke zum Putzen




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  • Zum 28. Mal wurde kuriose Forschung an der Elite-Uni Harvard mit dem Ig-Nobelpreis geehrt.


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Boston. Nierensteine in der Achterbahn, Fliegen im Wein und Menschen, die Schimpansen nachmachen: Zehn wissenschaftliche Studien, die "erst zum Lachen und dann zum Denken anregen", sind an der US-Eliteuniversität Harvard mit den sogenannten Ig-Nobelpreisen ausgezeichnet worden. Die traditionell schrille Gala fand zum 28. Mal statt. Wie jedes Jahr reisten auch diesmal echte Nobelpreisträger an.

Die undotierten Auszeichnungen sollen "das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren". Zwischendurch flogen bei der so ganz anderen anderthalbstündigen Preisverleihung Papierflieger durch die Luft, es gab Sketche und bizarre Kurz-Opern.


Wissenschafter aus den USA bekamen den Preis in der Kategorie Medizin, weil sie versucht hatten, durch Achterbahnfahren Nierensteine schneller auszuscheiden. "Die eigentliche Anerkennung gebührt aber einem meiner Patienten", sagte Forscher David Wartinger in seiner Rede. Dieser sei immer wieder Achterbahn gefahren und habe danach jeweils einen Nierenstein ausgeschieden. Daraufhin hätten er und sein Kollege Marc Mitchell sich der wissenschaftlichen Erforschung des Themas angenommen. Der Ig-Nobelpreis (Ig steht für "ignoble", auf Deutsch unwürdig) wurde diesmal in Form eines Papierherzens verliehen.

Fliege im Wein
Forscher aus Deutschland, Schweden, Kolumbien, Frankreich und der Schweiz erhielten den Preis in der Kategorie Biologie für den Nachweis, dass Wein-Experten durch Geruch nachweisen können, ob sich in ihrem Glas eine Fliege befindet. "Wenn eine weibliche Fruchtfliege von einem Glas Wein angezogen wird, dann ist das traurig für die Fliege, weil sie ertrinken wird", sagte Forscher Paul Becher. "Es ist aber auch traurig für den Besitzer des Weinglases, denn der Geruch der Fliege wird den Wein verderben. Wir wissen nicht, warum Menschen in der Lage sind, das zu erkennen - wir wissen aber, dass es nicht darum geht, dass wir uns zu Fliegen hingezogen fühlen sollen."

Wissenschafter aus Deutschland, Schweden, Rumänien, Dänemark, den Niederlanden, Großbritannien, Indonesien und Italien wurden in der Kategorie Anthropologie ausgezeichnet - dafür, dass sie in einem Zoo nachgewiesen hatten, dass Schimpansen Menschen etwa genauso oft und genauso gut imitieren wie Menschen Schimpansen.

Fluchen beim Autofahren
Forscher aus Kanada, China, Singapur und den USA erhielten den Preis in der Kategorie Wirtschaft für ihre Untersuchung, ob es effektiv für Arbeitnehmer ist, Voodoo-Puppen gegen übergriffige Chefs zu verwenden. Die Antwort sei Ja, sagte Wissenschafterin Lindie Hanyu Liang. "Die Menschen fühlen sich viel besser danach, sie fühlen sich, als ob Gerechtigkeit wiederhergestellt worden ist."

Forscher aus Portugal bekamen den Preis in der Kategorie Chemie, weil sie analysierten, wie gut sich menschliche Spucke als Putzmittel für - zumindest einige - schmutzige Oberflächen eignet.

In der Kategorie Literatur wurden Forscher aus Australien, El Salvador und Großbritannien für den Nachweis ausgezeichnet, dass die meisten Menschen, die komplizierte Produkte benutzen, die Gebrauchsanweisung nicht lesen. In der Kategorie Ernährung wurde ein Brite geehrt, der berechnete, dass die Kalorienaufnahme bei einer Ernährung ausschließlich mit Menschenfleisch deutlich geringer ist als die Kalorienaufnahme bei den meisten anderen traditionellen Ernährungsweisen mit Fleisch.

Forscher aus Spanien und Kolumbien analysierten die Häufigkeit, Motivation und Auswirkungen von Schreien und Fluchen beim Autofahren - dafür erhielten sie den Preis in der Kategorie Frieden. Wissenschafter aus den USA, Japan, Saudi-Arabien, Ägypten, Indien und Bangladesch benutzten Briefmarken, um herauszufinden, ob das männliche Geschlechtsorgan richtig funktioniert - sie wurden in der Kategorie Fortpflanzungsmedizin ausgezeichnet.




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Dokument erstellt am 2018-09-14 16:39:08


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