• vom 09.10.2018, 10:30 Uhr

Forschung

Update: 09.10.2018, 10:35 Uhr

Weltall

Hubble streikt




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Von WZ Online, APA, AFP

  • Das Weltraumteleskop ist seit Tagen außer Betrieb, die NASA musste den Sicherheitsmodus aktivieren.

Das Hubble-Teleskop wurde gemeinsam von der NASA und der Europäischen Weltraumagentur ESA entwickelt.

Das Hubble-Teleskop wurde gemeinsam von der NASA und der Europäischen Weltraumagentur ESA entwickelt.© APAweb, Nasa Das Hubble-Teleskop wurde gemeinsam von der NASA und der Europäischen Weltraumagentur ESA entwickelt.© APAweb, Nasa

Washington. Das Weltraumteleskop Hubble ist seit Tagen außer Betrieb. Das Teleskop, das seit 1990 im All ist, wurde wegen eines technischen Problems am Freitag in den "Sicherheitsmodus" versetzt, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA am Montag mitteilte. Grund ist der Ausfall eines sogenannten Gyroskops, das das Teleskop im Weltraum ausrichtet und stabilisiert.

Hubble wird nach NASA-Angaben nun so lange in eine "stabile Konfiguration" versetzt, bis die Bodenkontrolle das Problem beheben und wieder den Normalbetrieb starten kann. Die stellvertretende Missionsleiterin Rachel Osten berichtete im Onlinedienst Twitter von einem "stressigen Wochenende". Die NASA-Techniker versuchen ihren Angaben zufolge, das ausgefallene Gyroskop wieder in Betrieb zu nehmen. Hubble verfügt eigentlich über sechs Gyroskope zur Lageregelung im All, von denen zuletzt noch drei in Betrieb waren und nun nur noch zwei funktionieren.

Nach Angaben der NASA könnte Hubble theoretisch auch mit nur einem Gyroskop betrieben werden. Zwar könne das Teleskop dann nur noch einen kleineren Himmelsausschnitt beobachten, die Auswirkungen seien aber insgesamt "relativ gering". Die Beobachtungsinstrumente von Hubble seien weiterhin "voll einsatzfähig" und könnten noch jahrelang "exzellente" wissenschaftliche Erkenntnisse liefern, betonte die NASA.

Das Hubble-Teleskop wurde gemeinsam von der NASA und der Europäischen Weltraumagentur ESA entwickelt. Seit seinem Start im April 1990 hat Hubble mit atemberaubenden Bildern aus dem All die Astronomie revolutioniert. Seine Aufnahmen von den Planeten unseres Sonnensystems, aber auch von fernen Galaxien, Supernova-Explosionen und planetarischen Nebeln haben auch Laien einen völlig unerwarteten Blick auf das Universum eröffnet.

Allerdings verlief die Geschichte des Weltraumteleskops nicht pannenfrei. Schon kurz nach dem Start zeigte sich, dass sein Hauptspiegel nicht korrekt geschliffen war. Das Ergebnis waren unscharfe Bilder. Behoben wurde der Fehler 1993 durch eine Space-Shuttle-Mission.

Das Teleskop soll noch mindestens bis zum März 2021 weiter arbeiten. Dann soll das neue James-Webb-Weltraumteleskop Hubble ablösen.





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Weltall, Hubble

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Dokument erstellt am 2018-10-09 10:31:18
Letzte Änderung am 2018-10-09 10:35:03


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