• vom 29.10.2018, 16:16 Uhr

Forschung


Quanten-Flaggschiff

Quantenforschung für den Markt




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  • "Forschungsdampfer" schickt Quanten in den Wettbewerb: Die EU investiert eine Milliarde Euro in Quantentechnologie.

Neue Generation an Computern, Uhren, Navis: Quanten sollen zum Industriefaktor werden.

Neue Generation an Computern, Uhren, Navis: Quanten sollen zum Industriefaktor werden.© apa/Lackner Neue Generation an Computern, Uhren, Navis: Quanten sollen zum Industriefaktor werden.© apa/Lackner

Wien. (est) Schneller als der Schall und dichter als Fort Knox: Quantencomputer sollen 100-prozentig abhörsicher sein und selbst jene Probleme lösen können, an denen heutige Supercomputer scheitern. Hochsensibel und extrem genau: Quanten sollen äußerste Präzision erreichen. Die dynamischen Eigenschaften dieser kleinsten Teilchen könnten Supraleiter hocheffizient, Uhren erschreckend präzise, Sensoren fehlerfrei und Navigationsgeräte in jeder Lage treffsicher machen. Maschinen könnten viel mehr lernen, smarte Daten-, Energie- oder Verkehrsnetzwerke ohne Zeitversetzung auf den Bedarf reagieren und Roboter unfehlbare Diagnosen stellen.

Damit solche Visionen nicht nur wahr werden, sondern Europa auch Geld an ihnen verdient, nimmt die EU in den kommenden zehn Jahren eine Milliarde Euro in die Hand. Am Montag startete das Quanten-Flaggschiffprojekt der EU in Wien. Nach den beiden 2013 gestarteten Flaggschiffen, die sich der Modellierung des Gehirns im Computer ("Human Brain Project") und dem neuartigen Material Graphen ("Graphene") widmen, soll mit dem "Quantum-Technologies-Flagship" der dritte Forschungsdampfer der EU in See stechen. Europa wolle seine "wissenschaftliche Führerschaft und Exzellenz" in diesem Bereich ausbauen und eine wettbewerbsfähige Industrie für Quantentechnologien aufbauen, heißt es auf der Projekt-Website. Säulen des Programms sind Quantenkommunikation, -computing, -simulation und -sensorik sowie Grundlagenforschung in diesem Bereich.


Beim Auftakt im Rahmen der österreichischen EU-Präsidentschaft wurden die Ergebnisse der ersten Ausschreibung bekanntgegeben. 5000 Forscher und deren Universitäten, Forschungseinrichtungen, Industrie- und Unternehmenspartner sollen in den 20 bisher ausgewählten Projekten die Quantentechnologie in Europa markt- und wettbewerbsfähig machen. Weltweit hatte China den Führungsanspruch angemeldet, die USA zogen daraufhin mit Investitionen von ebenfalls rund einer Milliarde Euro in den kommenden fünf Jahren nach.

Über beliebige Distanzen verbunden
"Das Flagship sieht vor, ein Quanten-Netz aufzubauen, das Quantencomputer, Quantensimulatoren und Quantensensoren im Sinne eines Quanten-Internets verbindet und nutzt", sagte Wissenschaftsminister Heinz Faßmann am Rande der Auftaktveranstaltung zur "Wiener Zeitung". "Es freut mich sehr, dass viele österreichische Universitäten und Forschungseinrichtungen beteiligt sind, und ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Projekt Europa an die Spitze der zweiten Quantenrevolution bringen werden."

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Dokument erstellt am 2018-10-29 16:28:00


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