• vom 12.01.2019, 10:00 Uhr

Geschichte

Update: 12.01.2019, 10:07 Uhr

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Letzter Ritter, erster Kanonier




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Von Michael Gehler

  • Seine Reformen öffneten das Tor zur Neuzeit: Zum 500. Todestag von Kaiser Maximilian I.

Kaiser Maximilian I. (1459-1519). Portrait von Albrecht Dürer.

Kaiser Maximilian I. (1459-1519). Portrait von Albrecht Dürer.© Kunsthistorisches Museum Wien Kaiser Maximilian I. (1459-1519). Portrait von Albrecht Dürer.© Kunsthistorisches Museum Wien

Geboren auf der Burg in Wiener Neustadt am 22. März 1459, war Maximilian Sohn von Eleonore Helena von Portugal und Kaiser Friedrich III. Er wurde Vater von Philipp I. "dem Schönen", König von Spanien, und Margarete, Statthalterin der Niederlande. Maximilian war Großvater Karls V., der noch ein Universalreich verkörperte, und Ferdinands I.

Auf Wunsch seines Vaters wurde Maximilian noch zu dessen Lebzeiten 1486 im Dom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main zum römisch-deutschen König gewählt und im Aachener Dom gekrönt. 1493 folgte er seinem Vater als Kaiser nach. Ohne päpstliche Krönung, aber mit Billigung von Papst Julius II., war er 1508 "erwählter römischer Kaiser". Den Titel nahm er im Dom zu Trient an: Der Weg nach Rom war ihm durch die Venezianer versperrt, gegen die er bis 1516 Krieg führte. Seit 1477 war er mit Maria von Burgund, Tochter Karls des Kühnen und der Isabella von Bourbon, vermählt. Die Liebe zu Maria fand 1482 durch ihren tödlichen Reitunfall ein jähes Ende.


Maximilian verstarb 1519 während einer Reise von Innsbruck nach Linz, auf der Burg in Wels. Seinem letzten Willen gemäß wurde er in der St.-Georgs-Kapelle der Wiener Neustädter Burg bestattet.

Kriege & Heiratspolitik
Gegen den französischen König Ludwig XI. und die niederländischen Stände setzte sich Maximilian im Vertrag von Senlis 1493 durch: Er sicherte sich die Grafschaften Artois, Charolais und Nevers sowie die Freigrafschaft Burgund, während das gleichnamige Herzogtum und die Picardie bei Frankreich verblieben. Nach dem Tod von Matthias I. Corvinus 1490 und der Vertreibung der Ungarn aus Niederösterreich gelang die Rückeroberung der habsburgischen Erblande, Ausgangspunkt seiner imperialen Herrschaft. Sein Vetter Erzherzog Sigmund trat im selben Jahr Tirol und die Vorlande ab, sodass Maximilian nun über alle habsburgischen Länder herrschte.

Information

Michael Gehler, geboren 1962 in Innsbruck, Professor für Neuere Geschichte an der Stiftung Universität Hildesheim, Direktor des Instituts für Geschichte und Jean-Monnet-Chair für Europäische Geschichte, Mitglied u. a. der Österreichischen Akademie der Wissenschaften/Wien.

Während seiner 27 Feldzüge versuchte Maximilian durch wechselnde Bündnisse (u.a. Liga von Cambrai mit Frankreich, Spanien und dem Papst, sodann "Heilige Liga" mit Mailand, dem Papst, Spanien und Venedig) vergeblich, die Reste seiner burgundischen Erbschaft und neue italienische Gebiete zu erlangen. Die Vermählung mit Bianca Maria Sforza von Mailand 1493, einer Condottiere-
fürsten-Tochter, füllte zwar Maximilians leere Taschen, blieb aber politisch erfolglos, da 1516 Mailand an Frankreich und Verona an Venedig fielen. Der Schwaben- bzw. Schweizerkrieg 1499 förderte die Loslösung der Eidgenossen vom Reich. Indes gelangen die Anwartschaft auf Böhmen und Ungarn sowie die Erwerbung der spanischen Krone 1516.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-11 15:11:24
Letzte Änderung am 2019-01-12 10:07:24



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