• vom 11.09.2012, 09:12 Uhr

Geschichte

Update: 11.09.2012, 09:15 Uhr

Massaker von Katyn

US-Nationalarchiv gibt Dokumente zu Massaker von Katyn frei




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  • Kongressausschuss beleuchtete 1951 US-Reaktion
  • Bei dem Massaker nahe Smolensk im Westen Russlands waren im April und Mai 1940 auf Befehl Stalins fast 22.000 Polen ermordet worden.

Das Nationalarchiv der USA hat mehr als tausend Seiten Dokumente zum Massaker von Katyn freigegeben, bei dem Sowjetsoldaten im Zweiten Weltkrieg fast 22.000 Polen ermordeten. - © APAweb/EPA/MICHAEL REYNOLDS

Das Nationalarchiv der USA hat mehr als tausend Seiten Dokumente zum Massaker von Katyn freigegeben, bei dem Sowjetsoldaten im Zweiten Weltkrieg fast 22.000 Polen ermordeten. © APAweb/EPA/MICHAEL REYNOLDS

Washington. Das Nationalarchiv der USA hat mehr als tausend Seiten Dokumente zum Massaker von Katyn freigegeben, bei dem Sowjetsoldaten im Zweiten Weltkrieg fast 22.000 Polen ermordeten. In den gut 60 Jahre unter Verschluss gehaltenen Papieren geht es um Erkenntnisse eines Ausschusses des US-Kongresses, der sich im Jahr 1951 mit dem Umgang der USA mit dem Massaker befasste. Die Freigabe erfolgte auf Antrag von zwei US-Abgeordneten, die sich im Namen einer Forschungsgruppe namens Katyn-Rat in einem Brief an Obama gewandt hatten.

  Nach Angaben des Nationalarchivs kam das sogenannte Madden-Komitee 1951 zu dem Schluss, dass das sowjetische Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD), wie das Innenministerium hieß, für das Massaker verantwortlich war. Die Frage, ob die damalige US-Regierung die Schuld der Sowjetunion an dem Massaker vertuschte, um den verbündeten Sowjetherrscher Josef Stalin nicht zu verärgern, werde in den Dokumenten "weniger eindeutig" geklärt, erklärte das Nationalarchiv.

Falsche Einschätzung  
Das Madden-Komitee schlussfolgerte den Angaben zufolge, dass US-Beamte die Angelegenheit falsch eingeschätzt und nicht angemessen "auf eindeutige Warnsignale im russischen Verhalten, die bereits 1942 sichtbar waren", reagiert hätten. Außerdem kam der Ausschuss demnach zu dem Schluss, dass die US-Politik gegenüber der Sowjetunion anders gewesen wäre, "wenn Informationen, die gezielt von der Öffentlichkeit ferngehalten wurden, früher zur Verfügung gestellt worden wären".

  Bei dem Massaker nahe Smolensk im Westen Russlands waren im April und Mai 1940 auf Befehl Stalins fast 22.000 Polen von der russischen Geheimpolizei in Lager getrieben, erschossen und anschließend im Wald von Katyn in Massengräber geworfen worden. Die Sowjetunion gab die Schuld an der Massenermordung stets den Nationalsozialisten und räumte erst im Jahr 1990 ihre Schuld ein.
(Schluss) jeg




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Dokument erstellt am 2012-09-11 09:13:44
Letzte Änderung am 2012-09-11 09:15:27



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