• vom 03.02.2018, 17:00 Uhr

Geschichte


Zeitgeschichte

Pompös in den Untergang




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Von Arian Faal

  • Vor 40 Jahren begann der Anfang vom Ende der Herrschaft von Schah Mohammad Reza Pahlavi. Sein Modell vom Iran als moderne Weltmacht war am politischen Widerstand gescheitert.



Schatten-Schah und Society-Monarch: Mohammad Reza Pahlavi.

Schatten-Schah und Society-Monarch: Mohammad Reza Pahlavi.© Getty/Universal History Archive Schatten-Schah und Society-Monarch: Mohammad Reza Pahlavi.© Getty/Universal History Archive

"In nur einer Generation, sage ich euch, wird der Iran eines der fünf bestentwickelten und mächtigsten Länder dieser Welt sein", verkündete Persiens letzter Schah, Mohammad Reza Pahlavi, in einem Interview 1974. Nachsatz: "Mein Land ist auf dem Weg zu einer großen Zivilisation." Ein Jahr später legte er noch nach und prophezeite dem Westen wegen "eines Mangels an Disziplin" den baldigen Untergang.

Der letzte Herrscher auf dem Pfauenthron war realitätsfremd, ein Träumer und ein Idealist zugleich; sein Weltbild formte er sich selbst und die meiste Zeit seines Lebens glaubte er, dass sein persisches Volk ihm sehr verbunden sei.

Nächstes Jahr wäre der Society-Monarch, der ein Faible für Luxusautos und ein glamouröses Leben hatte, 100 Jahre alt geworden. Vor vier Jahrzehnten begann jedoch der Anfang vom Ende seiner 38-jährigen Herrschaft. Was hatte dazu geführt, dass er das Land Anfang des Jahres 1979 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion schlagartig verlassen musste, und was bleibt von der Ära Pahlavi? Für hunderte Boulevardblätter ist es vielleicht die in Europa als "Märchenhochzeit" bezeichnete zweite Heirat des Monarchen mit der mütterlicherseits deutschstämmigen Soraya Esfandiary Bakhtiary am 12. Februar 1951 - und die Scheidung im Jahre 1958, weil Soraya keine Kinder bekommen konnte. Oder etwa die legendäre Farah-Diba-Frisur seiner dritten Frau, die er am 21. Dezember 1959 heiratete. Noch heute werden Farah und Soraya als Trendsetterinnen und Style-Ikonen für viele Generationen bezeichnet.

Zweimal gedemütigt

Doch Schah Mohammad Reza Pahlavi hätte wohl vorgezogen, seine Ära wäre der Nachwelt in einer anderen Form im Gedächtnis geblieben: Seine Vision von einem modernen Iran war es, das Land zu einer prestigereichen Militär- und Industriemacht zu machen. So betonte der Absolvent der Schweizer Eliteschule Le Rosey bei diversen Soireen mit europäischen Monarchen in fließendem Englisch und Französisch immer wieder, wie stolz er sei, dass der Iran eine moderne
Boeing-Flugzeugflotte habe und neben den Briten und den Franzosen als einziges Land Concorde-Flugzeuge, damals Inbegriff für die technologische Entwicklung, erhalten würde. Dass es zu dieser Auslieferung nie kam, ist eine andere Geschichte. Wie immer wurde Pahlavi der Spiegel der Realität stets von anderen zwangsweise vorgesetzt. Vom Schatten-Schah avancierte er zum weltweit anerkannten Staatschef, bis er schließlich am Ende seines Lebens, gezeichnet vom Krebs, im ägyptischen Exil erkennen musste, dass er seine Ära wie ein gejagter Despot beenden musste.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-01 17:20:11
Letzte nderung am 2018-02-01 17:28:27



21. Februar 1818
21. Februar 1818

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