• vom 05.05.2018, 08:00 Uhr

Geschichte

Update: 05.05.2018, 09:04 Uhr

Medien-Geschichte

Vordenker, Aktivist - und Journalist




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Von Walter Hömberg

  • Verehrt und verdammt für Schriften, die bis heute so wirksam wie umstritten sind: Vor 200 Jahren wurde Karl Marx in Trier geboren.



1848 wurde, auch von der "Wiener Zeitung", über die Ankunft von Karl Marx in Wien berichtet; als Journalist berichtete Marx aber auch selbst.

1848 wurde, auch von der "Wiener Zeitung", über die Ankunft von Karl Marx in Wien berichtet; als Journalist berichtete Marx aber auch selbst.© P.M. Hoffmann 1848 wurde, auch von der "Wiener Zeitung", über die Ankunft von Karl Marx in Wien berichtet; als Journalist berichtete Marx aber auch selbst.© P.M. Hoffmann

Wer und was war Karl Marx? Revolutionär, Querkopf, Vordenker, Aktivist, Prophet und Erlöser - das sind einige der Etiketten, mit denen er charakterisiert wurde und wird. Als Eleanor Marx am 16. März 1883 den Tod ihres Vaters beim Sterberegister in London meldete, ließ sie als Beruf des zwei Tage zuvor Verstorbenen den Begriff "Author" eintragen. Bei einem Zitate-Ranking setzte ihn die Wissenschaftszeitschrift "Nature" auf Platz 1 der meistzitierten Autoren aller Zeiten. Und die UNESCO erklärte mit dem "Kommunistischen Manifest" und dem ersten Band des "Kapital" zwei seiner Schriften zum Weltkulturerbe.

Karl Heinrich Marx hat sich in seinem langen Leben allerdings nicht nur als Verfasser dicker Kompendien und revolutionärer Kampfschriften profiliert, sondern auch als Journalist. Und zwar in ganz unterschiedlichen Berufsrollen: als Korrespondent, als (Chef-) Redakteur und als Herausgeber.

Information

Die Ausstellung "Karl Marx in Wien" ("Nachgezeichnet von P.M. Hoffmann") ist bis 20. Dezember im Waschsalon im Wiener Karl-Marx-Hof zu sehen.
www.dasrotewien-waschsalon.at

Walter Hömberg, geboren 1944, war Lehrstuhlinhaber für Journalistik an der Universität Eichstätt. Er lehrt als Gastprofessor für Pu-blizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien.

Längere Berufsfindung

Am 5. Mai 1818 als drittes von neun Kindern des Rechtsanwalts Heinrich Marx und seiner Frau Henriette in Trier geboren, wuchs er im gebildeten bürgerlichen Milieu auf. Die Eltern stammten aus alten Rabbinergeschlechtern, waren aber zum Protestantismus konvertiert. Durch das familiäre Umfeld und die Lehrer im humanistischen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium erhielt der junge Marx viele Anregungen im Geiste der Aufklärung und eines liberal geprägten Rationalismus. Als 17-Jähriger schreibt er in einem Abituraufsatz zum Thema "Betrachtung eines Jünglings bei der Wahl eines Berufes":

"(. . .) gestatten unsere Lebensverhältnisse, einen beliebigen Stand zu wählen, so mögen wir den ergreifen, der uns die größte Würde gewährt, der auf Ideen gegründet ist, von deren Wahrheit wir durchaus überzeugt sind, der das größte Feld darbietet, um für die Menschheit zu wirken und uns selbst dem allgemeinen Ziele zu nähern, für welches jeder Stand nur ein Mittel ist, der Vollkommenheit." In diesen idealistisch-emphatischen Zeilen deuten sich schon die späteren Impulse zur Weltverbesserung an.

Die eigene Berufsfindung verläuft dann allerdings durchaus nicht geradlinig. Zunächst zwei Semester Studium an der Universität Bonn: Rechtswissenschaft, nach dem Vorbild und auf Anraten des Vaters. Dann - auch als Akt der Emanzipation - Umzug in die preußische Metropole Berlin. An der dortigen Universität, die noch ganz im Banne des Meisterdenkers Hegel stand, intensive Beschäftigung mit den Geisteswissenschaften, speziell der Philosophie. Besonders die Junghegelianer mit ihren staats- und religionskritischen Ansichten ziehen ihn in ihren Bann.




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Dokument erstellt am 2018-05-03 16:36:40
Letzte Änderung am 2018-05-05 09:04:03



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