• vom 01.07.2018, 12:00 Uhr

Geschichte

Update: 01.07.2018, 12:24 Uhr

Zweiter Weltkrieg

Das Unternehmen "Zitadelle"




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Von Rolf Steininger

  • Es war die letzte Offensive der Wehrmacht im Osten: Im Juli 1943 kam es in Kursk zur Panzerschlacht gegen eine übermächtige Rote Armee.



Vorrückende Panzer im Zuge der Entscheidungsschlacht bei Kursk Anfang Juli 1943.

Vorrückende Panzer im Zuge der Entscheidungsschlacht bei Kursk Anfang Juli 1943.© ullstein bild Vorrückende Panzer im Zuge der Entscheidungsschlacht bei Kursk Anfang Juli 1943.© ullstein bild

"Soldaten! Die Stunde des Angriffs ist gekommen. Ich weiß, dass jeder von Euch seine Pflicht bis zum Letzten erfüllen wird. Ihr werdet an die siegreichen Fahnen der Division, die in Polen, Frankreich und bis vor die Tore Moskaus den Feind vor sich hergejagt und die auch in zwei Jahren der Verteidigung auf russischer Erde allen Angriffen standgehalten hat, neuen Ruhm heften. Unsere Gefallenen schauen auf Euch herab. Unser Gruß und unsere Hingabe gilt Deutschland und seinem geliebten Führer."

Mit diesen pathetischen Worten bereitete der Kommandeur der 7. Infanterie-Division, Generalleutnant Fritz-Georg von Rappard, seine Truppe am 4. Juli 1943 auf das vor, was am nächsten Tag begann: der Angriff auf Kursk, die letzte Offensive der Wehrmacht im Osten. 625.000 Soldaten traten gegen eine dreifache Übermacht der Roten Armee an. Der Name der Stadt Kursk steht dabei für die größte Panzerschlacht des Zweiten Weltkrieges, an der 2700 deutsche und mehr als 8000 sowjetische Panzer beteiligt waren.

Information

Rolf Steininger, O. Univ.-Prof., war von 1984 bis zu seiner Emeritierung 2010 Leiter des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck.
www.rolfsteininger.at

Mit dem Untergang der 6. Armee bei Stalingrad Anfang 1943 geriet Hitler in eine schwierige Lage. Wollte er nicht bei seinen Verbündeten wie auch beim deutschen Volk an Prestige einbüßen, so musste er einen deutlichen Beweis seiner Stärke liefern, wobei auch ihm klar war, dass die Wehrmacht nicht mehr in der Lage war, weit ausgreifende Panzervorstöße zu führen und wie in der Vergangenheit vernichtende Kesselschlachten zu schlagen.

Überraschungsmoment und Geheimhaltung

Möglich waren nur noch begrenzte Offensiven. Dafür bot sich ein sowjetischer, etwa 110 Kilometer breiter Vorsprung an, der wie ein Keil etwa 145 Kilometer nach Westen in die Front der Heeresgruppe Mitte hineinragte. Innerhalb dieses Bogens lag eine wenig bekannte und relativ unbedeutende Stadt: Kursk, von der später nur noch im Zusammenhang mit der größten Panzerschlacht der Geschichte die Rede war. Würde man diesen Kursker Bogen durch eine Zangenoperation abschnüren, würde man der Roten Armee ein Sprungbrett für neue Offensiven nehmen, die das sowjetische Oberkommando in der Tat bereits vorbereitete.

Einen entsprechenden Plan legte der Chef des Generalstabes des Heeres, General der Infanterie Kurt Zeitzler, Hitler am 11. April vor. Vier Tage später erließ Hitler den Operationsbefehl Nr. 6. Er habe sich entschlossen, so hieß es da, "sobald die Wetterlage es zulässt, als ersten der diesjährigen Angriffsschläge den Angriff ‚ Zitadelle‘ zu führen", mit dem Ziel, "die im Gebiet Kursk befindlichen Feindkräfte einzukesseln und durch konzentrischen Angriff zu vernichten". Und weiter:




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Dokument erstellt am 2018-06-29 11:46:42
Letzte Änderung am 2018-07-01 12:24:20



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