• vom 01.08.2018, 19:00 Uhr

Geschichte


Laben im All

Planeten, auf denen Leben entstehen könnte




  • Artikel
  • Kommentare (9)
  • Lesenswert (11)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Eva Stanzl

  • Britische Forscher entdeckten auch auf anderen Planeten die chemischen Grundlagen für die Entwicklung von Leben.

1400 Lichtjahre entfernt, älter und etwas größer als die Erde und ein aussichtsreicher Kandidat: Kepler 452b (rechts) bietet Voraussetzungen wie die Erde. - © Nasa/jpl-caltech

1400 Lichtjahre entfernt, älter und etwas größer als die Erde und ein aussichtsreicher Kandidat: Kepler 452b (rechts) bietet Voraussetzungen wie die Erde. © Nasa/jpl-caltech

Mehr als 4000 Planeten um andere Sterne wurden bisher entdeckt. Allein im sichtbaren Universum kreisen unvorstellbare 700 Millionen Trillionen dieser Himmelskörper. Die Jagd nach extraterrestrischem Leben gleicht der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Schon allein wegen der enormen Distanzen bloß in unserer Galaxie muss ein ungeheurer technischer Aufwand betrieben werden, um etwaige Spuren von Leben zu messen.

Sauerstoff, Wasserstoff und Methan in Planeten-Atmosphären gelten als Zeichen für das Vorhandensein von wie auch immer gearteten Lebensformen. Die in Lichtjahren gemessene Entfernung verrät das Alter der Himmelskörper. Selbst wenn wir also andere, kleine, felsige Planeten wie die Erde mit den nötigen atmosphärischen Komponenten finden, könnte deren Ursache schon Vergangenheit sein.


Die Bausteine der Zellen
Um der Sisyphos-Arbeit ein Ende zu setzen, zäumen britische Wissenschafter das Pferd von der anderen Seite auf. Sie ergründen das Geheimnis Leben an sich. Wenn wir die chemischen Reaktionen finden, aus es sich zusammenkocht, könnten wir sämtliche teleskopischen Daten zu Exoplaneten gezielter unter die Lupe nehmen, betonen sie. Mehr als 4000 bestätigte Exoplaneten könnten umgehend entweder intensiver beforscht oder von der Liste der erdähnlichen Himmelskörper gestrichen werden. Eine Grundlage der im Fachmagazin "Science Advances" veröffentlichten Studie ist die Erkenntnis, dass die Bildung von Leben vom UV-Licht abhängt, das eine Sonne an ihre Planeten abstrahlt. Zwar passieren auch im Dunklen chemische Rektionen. Jedoch erzeugen diese nicht die nötigen Zutaten für komplexes Leben. Das UV-Licht der Sonne setze hingegen eine Serie von chemischen Reaktionen frei, die die nötigen Bausteine formen. Sonnenähnliche Sterne, die genug Licht in den richtigen Wellenlängen abgeben, könnten das Leben kickstarten.

Von welchen chemischen Reaktionen ist die Rede? Zuvor hatte Ko-Autor John Sutherland vom Medical Research Council die chemischen Ursprünge des Lebens auf der Erde untersucht und entdeckt, dass toxische Blausäure eine Schlüsselzutat der Ursuppe war, der alles entsprang. Meteoriten, die auf die junge Erde einschlugen, hatten Kohlenstoff mitgebracht. Dieser reagierte in der Erdatmosphäre mit Stickstoff und bildete Blausäure. Sie regnete es zur Erde hinab und reagierte mit anderen Elementen am Boden. Das UV-Licht der Sonne trieb den Prozess an. Die Chemikalien, die dabei entstanden, erzeugten die Bausteine für Ribonukleinsäure (RNA) - eine Verwandte der DNA und das erste Molekül des Lebens, das Information trug und weitergab.

weiterlesen auf Seite 2 von 3




9 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-01 17:47:32
Letzte Änderung am 2018-08-01 18:05:18


20. November 1818
20. November 1818

Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Der Weg zur Epidemie
  2. Die ISS wird 20 Jahre alt
  3. Republik für ein paar Stunden
  4. Die Waffenkammer leert sich
  5. Kennedys sorgsam gepflegter Mythos
Meistkommentiert
  1. Update für das Kilogramm
  2. Herzschwäche ein unterschätztes Leiden
  3. Besser dicker, als Raucher
  4. Die Waffenkammer leert sich
  5. Kooperation eine Frage der Stimmigkeit



Werbung