• vom 05.09.2018, 14:48 Uhr

Geschichte

Update: 05.09.2018, 16:38 Uhr

Archäologie

"Kill Site" in Niederösterreich entdeckt




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Von WZ Online, APA

  • Bei Bauarbeiten der A5-Umfahrung wurden Überreste von Mammut-Knochen und Werkzeugen gefunden.

Der Mammut-Knochen ist weitaus größer als ein menschlicher Arm.

Der Mammut-Knochen ist weitaus größer als ein menschlicher Arm.© APAweb / Asfinag Der Mammut-Knochen ist weitaus größer als ein menschlicher Arm.© APAweb / Asfinag

Drasenhofen. Archäologen sind bei Grabungen zur Umfahrung Drasenhofen der Nord/Weinviertelautobahn (A5) auf eine "Kill Site", also einen Platz, an dem in der Steinzeit Jagdbeute zerlegt wurde, gestoßen. In einer Aussendung gab die Asfinag am Mittwoch nähere Informationen zu den Entdeckungen bekannt. Gefunden wurden demnach unter anderem Knochen von zerlegten Mammuts und Werkzeuge.

Überreste bis zu 28.000 Jahre alt

Die oberste Kulturschicht, in der sich die Mammut-Knochen befinden, sei von einem Archäologen-Team auf ein Alter zwischen 28.000 und 18.000 Jahren datiert, heißt es seitens der Asfinag. Die "Kill Site", die etwa 16 Quadratmeter groß ist, befindet sich östlich der B7 (Brünner Straße) am Beginn der Umfahrung Drasenhofen. Die endgültige Bestimmung und genaue Interpretation der Fundstücke erfolge nach der Bergung aller Knochen, Mammutstoßzähne und Werkzeuge, hieß es.

Aufschluss über die Nutzung des Geländes gab die Entdeckung von Mammut-Stoßzähnen und -Langknochen sowie von Knochenresten weiterer Tiere. Die "Kill Site" sei die erste in Österreich, die nach modernsten Methoden ausgegraben und analysiert wurde, erklärte Martin Krenn vom Bundesdenkmalamt. "Sie gibt uns einen sensationellen Blick auf die Lebensweise der altsteinzeitlichen Menschen."

Glockenbechermenschen in Österreich

An einer weiteren Fundstelle, die im Bereich des künftigen Kreisverkehrs Süd der Umfahrung liegt, wurden im Zeitraum von April bis Juni Gräber gefunden, die von Archäologen den Glockenbechermenschen zugeordnet werden, hieß es in der Aussendung weiter. Einzuordnen sei die Entstehung dieser Gräber in den Zeitraum von 2.600 bis etwa 2.200 vor Christus.

Laut Asfinag ist die geschichtliche Erkundung entlang der Umfahrung Drasenhofen "bereits im Finale". 2,4 Millionen Euro werden in die archäologischen Grabungen investiert. Für den Verkehr freigegeben werden soll die Strecke im Herbst 2019.






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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-05 16:25:08
Letzte Änderung am 2018-09-05 16:38:32


14. November 1818
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