• vom 09.02.2017, 20:00 Uhr

Klima


Materialforschung

Hauchdünne Schutzfolie statt einer Klimaanlage




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    Boulder. (knau) Noch steht der Sommer zwar nicht vor der Tür. Doch wenn er dann kommt, schalten viele Menschen wieder ihre Klimaanlagen ein, und diese benötigen große Mengen an Energie. Wissenschafter der University of Colorado in Boulder haben nun eine hauchdünne Spezial-Folie entwickelt, die Häuser ohne Energieaufwand kühlen könnte. Im Fachblatt "Science" berichten sie von einem Kunststoff, der den allergrößten Teil des Sonnenlichts in den Weltraum zurück reflektiert. Somit könnten Menschen ihre Häuser kühl halten, ohne dem Klima zu schaden.

    Noch nicht in Baumärkten
    Als Grundmaterial nutzen die Wissenschafter um Ronggui Yang und Xiaobo Ying den Kunststoff Polymethylpenten, der Licht ähnlich gut durchlässt wie Glas. In eine nur ein Zwanzigstelmillimeter dicke Folie aus diesem Material betten die Forscher winzige Glasperlen ein. Auf der Rückseite der hauchdünnen Folie bringen sie eine ultradünne Silberschicht auf.


    Die Forscher haben die Rückstrahlung des Materials in der Sonora-Wüste im US-Bundesstaat Arizona gemessen: Sie liegt bei 96 Prozent und funktioniert somit besser als bisherige Kühlungsmethoden. Große Mengen ließen sich herstellen und die Produktion sei nicht allzu teuer. Die Folie sei flexibel und lasse sich selbst an unregelmäßige Oberflächen gut anpassen. Zusatzstoffe könnten die Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse erhöhen.

    Da die meisten Häuser in den nördlichen Breiten ohnehin gut gedämmt sind, könnte die Erfindung vor allem in warmen bis heißen Regionen zum Einsatz kommen. Bis sie allerdings in den Baumärkten angeboten wird, könnte es noch dauern. Denn wenn Staub oder Schmutz die Folie bedeckt, sinkt die Reflexion und damit auch die Kühlwirkung. Gerade in trockenen Regionen der Erde aber weht der Wind häufig Staub auf und meist fehlt der Regen, der die Folie wieder sauber wäscht. Da Wasser in solchen Gebieten Mangelware ist, zeichnen sich für die Handwäsche Probleme ab.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2017-02-09 16:53:03
    Letzte Änderung am 2017-02-09 16:59:03


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