• vom 23.06.2017, 16:45 Uhr

Klima

Update: 23.06.2017, 18:54 Uhr

Klimawandel

Es wird heiß




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (10)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Alexandra Grass und Eva Stanzl

  • Klima-Experten sehen immer trockenere Sommer und feuchtere Winter auf uns zukommen. Schuld sind Treibhausgase.

Intensiv heiße Tage: Der vom Menschen gemachte Klimawandel macht Hitzewellen noch heißer als früher.

Intensiv heiße Tage: Der vom Menschen gemachte Klimawandel macht Hitzewellen noch heißer als früher.© fotolia/Kwangmoo Intensiv heiße Tage: Der vom Menschen gemachte Klimawandel macht Hitzewellen noch heißer als früher.© fotolia/Kwangmoo

Wien. Temperaturen wie im Hochsommer, aber bereits zu Sommerbeginn: Meteorologen erwarten für Samstag in manchen Teilen Österreichs stolze 36 Grad Celsius. Auch in der kommenden Woche findet die Hitzewelle ihre Fortsetzung. Der kühlste Tag soll laut den Prognosen der Sonntag werden - mit "nur" bis zu 31 Grad. Verglichen mit dem Juni-Hitzerekord von 2013 ist das allerdings noch kommod: Damals wurden in Waidhofen an der Ybbs 38,6 Grad - Temperaturen wie in Italien zu den Augustferien - gemessen.

"Es ist eine für diese Zeit doch sehr ungewöhnlich lange und intensive Hitzewelle", sagt der Klimatologe Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zur "Wiener Zeitung". Der Juni 2017 werde voraussichtlich um etwa drei Grad wärmer werden als das langjährige Mittel. "Das hat durchaus auch mit dem menschengemachten Klimawandel zu tun." Doch nur zu einem Teil. Ein Grad Celsius sei der Erderwärmung zuzuordnen, ein weiteres Grad sei die "normale, natürliche Schwankung" und der Rest eine Kombination aus mehreren Faktoren.


Mehr Tage mit 35 Grad plus
Extrem heiße Tage können Mensch und Umwelt zu schaffen machen. Praktisch alle Pflanzen der Landwirtschaft, vom Getreide bis zu den Weinreben, verwelken. Bäche trocknen aus, Flüsse führen weniger Wasser und ganze Regionen leiden an Wasserknappheit. Beim Menschen drückt die Hitze auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Experten rechnen damit, dass Rekordtemperaturen zunehmend öfter auftreten und die Hitzewellen intensiver werden. Am Climate Impact Lab an der Universität Berkeley im US-Bundesstaat Kalifornien studieren Forscher historische, sozioökonomische und klimatische Daten, um den Einfluss der Klimaveränderung auf den Menschen zu definieren. Das Gemeinschaftsprojekt von rund 20 Klimaforschern, Ökonomen und Analysten erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen für die UNO-Klimagipfel. Es hat errechnet, dass Tage, an denen es 35 Grad und mehr hat, im Lauf dieses Jahrhunderts zahlreicher werden. Selbst wenn die Länder moderate Maßnahmen gegen den Treibhausgas-Ausstoß gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 verwirklichen, wird es immer heißer. Durchschnittlich sieben Tage über 35 Grad hätte es etwa von 1986 bis 2005 in der US-Hauptstadt Washington gegeben. Für das Jahr 2100 rechnen die Forscher aber mit 29 extrem heißen Tagen. In manchen Großstädten könnten die Temperaturen bis dann um bis zu acht Grad Celsius steigen.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-06-23 16:46:08
Letzte Änderung am 2017-06-23 18:54:36


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Top-Forschungsland hat Sand im Getriebe
  2. Die Natur des Jahres 2019
  3. Zähes Ringen ohne Erfolg
  4. 66 eingeschleppte Arten gefährden Europas Artenvielfalt
  5. Schritt Richtung Quanteninternet
Meistkommentiert
  1. Woher die Impfskepsis kommt
  2. Extreme Wetterereignisse nehmen zu
  3. EU sucht Grundsatzeinigung zu Forschungsprogramm
  4. "Gen-Schere am Embryo bringt keinen Nutzen"
  5. Top-Forschungsland hat Sand im Getriebe

Werbung




Werbung