• vom 21.08.2017, 21:00 Uhr

Klima

Update: 21.08.2017, 21:08 Uhr

Paläontologie

Zwei Jahre Dunkelheit brachten den Dino-Tod




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  • Riesige Mengen an Ruß blockierten die Photosynthese und kühlten die Erde.



Boulder/Wien. (gral) Als vor 66 Millionen Jahren jener Asteroid auf die Erde einschlug, der gewöhnlich für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich gemacht wird, war er nicht direkte Ursache für deren Auslöschung, sondern der Auslöser für eine Kette an bedrohlichen Ereignissen, die vielen landlebenden Tieren zum Verhängnis werden sollte. Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche brachten die Erdkugel erstaunlich ins Wanken und damit auch die Vegetation und das Tierreich - aber nicht so im Wasser und unter der Erde.

"Das Aussterben der vielen großen Landtiere könnte wegen der Nachwirkungen des Einschlags verursacht worden sein", erklärt Charles Bardeen, Forscher des National Center for Atmospheric Research (NCAR) im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Tiere allerdings, die im Wasser lebten, oder jene, die darin untertauchten, aber auch Lebewesen, die sich unter der Erde vergruben, hätten überlebt, betont der Wissenschafter.


Ähnliche Szenarien
Die Kraft des Einschlags dürfte das Gestein dermaßen erhitzt haben, dass es in winzigsten Kügelchen in die Atmosphäre aufstieg. Als diese wieder auf die Erde herabfielen, entstand durch die Reibung eine solch starke Hitze, die die Erde praktisch zum Überhitzen brachte. Globale Lauffeuer entflammten und schleuderten riesige Mengen Ruß in die Luft. Dieses schwarze Dickicht hüllte die Erde nahezu zwei Jahre in Dunkelheit. Das könnte die Photosynthese der Pflanzen stillgelegt, für die Abkühlung des Planeten gesorgt und damit zum Massenaussterben geführt haben, so die Studienergebnisse. Das Zeitalter der großen Saurier war zu Ende.

Die NCAR-Forscher verwendeten mit Unterstützung der Nasa und der University of Colorado Boulder ein spezielles Computermodell, um ein reiches Spektrum der Konditionen auf der Erde zum Ende der Kreidezeit nachzuzeichnen. Diese Informationen könnten zu einem besseren Verständnis darüber führen, wie manche Arten gestorben sind.

Mit den Modellen könnten aber auch Auswirkungen möglicher künftiger Szenarien gezeigt werden - etwa eines Atomkriegs. Dieser würde zwar eine geringere Menge an Ruß verursachen, dennoch könnte er ähnliche Auswirkungen auf das Klima und die Erdbewohner haben, so Bardeen.




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Dokument erstellt am 2017-08-21 16:45:05
Letzte Änderung am 2017-08-21 21:08:20



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