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Klima

Update: 12.10.2018, 07:04 Uhr

Ökologie

Es grünt so grün




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Von Alexandra Grass

  • Rasen sind klimaschädlich: Mähen, Düngen und Bewässern beeinflussen die Energiebilanz.

- © TeamDaf - stock.adobe.com

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Perth/Uppsala/Wien. Saftig grüne Rasenflächen sind ein globales Phänomen. Praktisch über den ganzen Erdball verstreut, sind sie vorwiegend in Städten und deren Umland zu finden. Die feinen Grashalme sprießen in den Vorgärten ebenso wie in Parkanlagen oder auf Fußballplätzen. Städter sind stolz auf ihre grünen, meist kurz gemähten Fleckchen vor dem Gemeindebau oder dem Einfamilienhaus. Der Rasen ermöglicht die Natur unmittelbar vor der urbanen Haustüre.

In Schweden sind gar 52 Prozent der Grünflächen gemähtes Gras. In den USA bedecken Rasen 1,9 Prozent der Gesamtfläche. Diese Daten hochgerechnet, werden weltweit im Durchschnitt 23 Prozent aller Städte von den grünen Halmen bedeckt. Das ergibt eine Rasenfläche in der Größenordnung von 0,15 bis 0,8 Millionen Quadratkilometern. Die genaue Zahl ist abhängig davon, was exakt als städtisch definiert wird, erklären Maria Ignatieva von der University of Western Australia in Perth und Marcus Hedblom von der schwedischen Universität für Agrarwissenschaften in Uppsala in ihrer in "Science" publizierten Studie.


Gießen, gießen, gießen
Saftiges Grün steht für Natur, Gesundheit und Erholung. Von Städteplanern und der Politik werden die positiven Eigenschaften für das Ökosystem immer wieder in den Vordergrund gerückt. Rasen produzieren Sauerstoff, nehmen Kohlendioxid auf, verbessern die Luftqualität, reduzieren die Bodenerosion und verbessern die Grundwassererneuerung. Der vielleicht sogar wichtigste Effekt für die Städte- und Landschaftsplanung dürfte aber in der Ästhetik liegen. In Entwicklungsländern, die in Trockenzonen liegen, argumentieren Stadtplaner gar, dass Rasenflächen die Qualität des urbanen Lebens aufwerten.

Aufgrund immer längerer Hitzewellen und damit verbundener Trockenperioden stellt sich allerdings die Frage, inwieweit die grünen Teppiche tatsächlich nachhaltig sind. Zwar wird auch argumentiert, dass Rasen das Städteklima positiv beeinflussen, doch andererseits fließen 75 Prozent des jährlichen Wasserverbrauchs in den USA in die Bewässerung jener Flächen, die das Gemüt erfreuen sollen. Wer den eigenen Garten den Sommer über grün halten will, weiß über das aufwendige wasserintensive Prozedere Bescheid. Und ausgerechnet in Regionen wie den Wüstengebieten Nordamerikas oder Arabiens sind Rasenflächen besonders beliebt. Der Wohlstand wird damit schon im Vorgarten sichtbar.

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Dokument erstellt am 2018-10-11 16:12:40
Letzte Änderung am 2018-10-12 07:04:47


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