• vom 29.11.2018, 18:08 Uhr

Mensch

Update: 29.11.2018, 18:31 Uhr

Genschere CRISPR/Cas9

Genveränderte Babys - China verbietet Studien




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    Die chinesische Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie hat sich von He Jiankui distanziert. - © APAweb, afp, Anthony Wallace

    Die chinesische Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie hat sich von He Jiankui distanziert. © APAweb, afp, Anthony Wallace

    Peking/Shenzhen. (dpa) Nach der angeblichen Geburt der weltweit ersten genmanipulierten Babys hat die chinesische Regierung dem Forscher He Jiankui und seinen Mitarbeitern weitere Forschungsaktivitäten untersagt. Die von He berichteten Versuche seien "äußerst abscheulicher Natur" und verletzten chinesische Gesetze und wissenschaftliche Ethik, sagte der stellvertretende Wissenschaftsminister Xu Nanping.

    Xu Nanping wurde mit diesen Aussagen von der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zitiert. Zuvor hatten sich die Nationale Gesundheitsbehörde und die Chinesische Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie von He distanziert. Auch eine Gruppe internationaler Genomforscher kritisierte He am Donnerstag scharf.


    Genschere gegen HIV-Rezeptor
    Der Forscher hatte zu Beginn der Woche mit einem auf YouTube veröffentlichten Video die Geburt der ersten genmanipulierten Babys Lulu und Nana verkündet und damit bei Wissenschaftern und Ethikern weltweit für Entsetzen gesorgt. Mit der Genschere CRISPR/Cas9 hatte He nach eigener Darstellung in den Embryonen einen Zellrezeptor deaktiviert, der wichtig für die Infektion mit dem HI-Virus ist. Eine unabhängige Bestätigung für die Behauptung gibt es noch nicht. Experten bezweifeln den medizinischen Nutzen der Versuche und verweisen auf gesundheitliche Risiken für die beiden Mädchen und auch für ihre Nachkommen.

    Die Entrüstung auf chinesischer Seite kommt spät. Das Design der Studie an der Southern University of Science and Technology in Shenzhen war seit 2017 im Internet im chinesischen Register für klinische Studien unter http://dpaq.de/rrw33 einsehbar. Über diese Seite kommt man weiter auf ein chinesisches Formular, das das vom zuständigen Ethikkomitee genehmigte Protokoll als Plan für die Arbeiten enthalten dürfte - mit Stempel versehen.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-11-29 18:19:33
    Letzte Änderung am 2018-11-29 18:31:50


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