• vom 25.02.2009, 18:11 Uhr

Mensch

Update: 25.02.2009, 18:12 Uhr

Wiener Forschern gelang Durchbruch




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Anerkennung in US-Fachzeitschrift.
  • Funktion des Proteins mTOR geklärt.
  • Wien. Ehrung für Wissenschafter der Medizinischen Universität Wien (MUW) am AKH: Eine Arbeit, welche die Funktion des Proteins "mTOR" geklärt hat, wurde von der US-Wissenschaftszeitschrift "Science Signaling" für den "Durchbruch des Jahres 2008" auf dem Gebiet der Erforschung der Signalketten in Zellen nominiert. Die Liste des Fachmagazins beinhalte die 40 wichtigsten Veröffentlichungen in diesem Bereich aus dem vergangenen Jahr, teilte die MUW in einer Aussendung mit.

Marcus Säemann, Thomas Weichhart und ihr Team von den Unikliniken für Innere Medizin II und III sowie von der Abteilung für Medizinische Genetik haben 2008 ihre Arbeit im Journal "Immunity" publiziert. Sie beschäftigt sich damit, wie mTOR Entzündungsreaktionen steuert.


Bei mTOR handelt es sich um jenes Protein, welches der Angelpunkt für das Immunsuppressivum Rapamycin ist. Es registriert Signale bezüglich des Nahrungs- und Energiestatus der Zellen. Das Protein reguliert so Zellwachstum und Zellteilung. Wirkstoffe wie Rapamycin, Temsirolimus und Everolimus blockieren damit auch die Zellteilung. Everolimus wird zum Beispiel in der Therapie von bisher schlecht behandelbaren Nierenkarzinomen eingesetzt. Es handelt sich um ein neues Wirkprinzip gegen bösartige Tumoren. Der TOR-Signalweg ist bei einigen Krebserkrankungen mutiert und bewirkt damit das außer Kontrolle geratende Wachstum von bösartigen Zellen.

Neue Chancen gegen Krebs und für Impfstoffe

Weichhart: "Die Studie zeigt eine Möglichkeit, warum Rapamycin in der Krebstherapie so erfolgreich ist. Die Ergebnisse von Säemann und mir weisen auch auf neue Möglichkeiten hin, Impfstoffe mithilfe von Rapamycin zu optimieren."

Die Arbeit der Wiener Wissenschafter hat viele andere potenzielle Schlussfolgerungen. Entzündungen sind eine notwendige Reaktion auf verschiedenste äußere Reize wie Bakterien- und Vireninfektionen, aber auch bei der Krebsentstehung.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2009-02-25 18:11:44
Letzte Änderung am 2009-02-25 18:12:00


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Neu entdeckter Pflanzenstoff wirkt lebensverlängernd
  2. Genom des Weißen Hai entschlüsselt
  3. Mit ihren Streifen wehren Zebras Bremsen ab
  4. Erste Säugetierart durch Klimawandel ausgerottet
  5. Blaupause der Embryonalentwicklung
Meistkommentiert
  1. Das blutige Desaster vom 12. Februar 1934
  2. Großmütter erhöhen die Chancen der Enkel nur für gewisse Zeit
  3. Das digitale Kleinkind
  4. Frauen in Wissenschaft unterrepräsentiert
  5. Umprogrammierte Zellen mildern Diabetes Typ 1

Werbung




Werbung