• vom 20.03.2007, 16:32 Uhr

Mensch


Die Bausteine des Lebens




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Von Alexandra Grass

  • Krankheit oder Stress lösen Mangel an Aminosäuren aus.
  • Positive Effekte durch individuelle Substitution.
  • Wien. Sie gehören zu den Grundbausteinen des menschlichen Körpers: die Aminosäuren. Aus ihnen werden die Proteine, das Eiweiß gebildet, das als wichtiger Energielieferant für jede einzelne Zelle dient.

Nicht nur im Bereich des Sports ist eine Aminosäuresubstitution bedeutsam. Foto: bb

Nicht nur im Bereich des Sports ist eine Aminosäuresubstitution bedeutsam. Foto: bb

Nicht nur im Bereich des Sports ist eine Aminosäuresubstitution bedeutsam. Foto: bb

Nicht nur im Bereich des Sports ist eine Aminosäuresubstitution bedeutsam. Foto: bb Nicht nur im Bereich des Sports ist eine Aminosäuresubstitution bedeutsam. Foto: bb

Aminosäuren kommen in jedem Gewebe des Körpers vor und spielen bei allen Prozessen, die unsere körperlichen und geistigen Funktionen steuern, eine wesentliche Rolle. Sie unterstützen Entgiftungsprozesse, helfen, die Folgen von oxidativem Stress abzubauen, agieren als Gesundheitspolizei und hindern freie Radikale am Eindringen in die Zellwände, erklärt der Biochemiker Univ.-Prof. Jürgen Spona im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".


Während der Körper viele Aminosäuren selbst herstellen kann (die sogenannten nicht essenziellen Aminosäuren), gibt es auch solche, die ähnlich wie Vitamine oder Spurenelemente mit der Nahrung aufgenommen werden müssen (die sogenannten essenziellen Aminosäuren).

Das Einsatzgebiet und das Wirkungsprofil im Körper ist demnach ein großes und reicht von Muskeln über Haut, Haare, Knochen, Blutbestandteile, Hormone und Enzyme bis hin zu vielen Botenstoffen im Gehirn wie etwa das Serotonin, erklärt Spona.

Ein Mangel an Aminosäuren, der etwa durch Krankheiten, schlechte Ernährungsgewohnheiten oder mentalen und körperlichen Stress entsteht, kann zu Befindlichkeitsstörungen, Müdigkeit, Burn-Out-Syndrom, Schlafstörungen oder vermehrter Infekthäufigkeit führen, so der Experte. Daher sei es wichtig, dem Körper die nötige Energie und das Substrat zuzuführen. Aber auch ein "extremer Überschuss an einseitiger Aminosäurenzufuhr kann zu einer Blockade einzelner Aminosäuren untereinander führen, so dass wieder ein Mangel entsteht".

Schon seit einigen Jahren arbeitet Spona mit individualisierter Substitution und berichtet von positiven Effekten nicht nur im Bereich des Sports (sowohl Leistungsals auch Hobbysport) und des Anti-Agings. So hat eine Doppelblind-Studie an der Psychiatrischen Universitätsklinik Graz im Jahr 2004 gezeigt, dass bei Patienten unter einer antidepressiven pharmakologischen Therapie mittels individualisierter Aminosäuresubstitution der Zustand verbessert werden konnte. So konnte die Medikamentendosis teils herabgesetzt oder sogar ausgesetzt werden.

Damit der Körper gut funktioniert, muss der Grundbedarf an Eiweiß abgedeckt werden, der bei 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag liegt. Von den sogenannten proteinogenen, den eiweißbildenden, Aminosäuren sind übrigens mittlerweile 25 bekannt. Bestimmt werden können sie mittels eines Bluttests.

Und ein solcher dient auch als Grundlage für eine individuell zusammengestellte Substitutionstherapie. Eingesetzt wird diese auch als Prophylaxe bei kardiovaskulären Erkrankungen wie Arteriosklerose, beim Abnehmen, zur Verbesserung der Knochendichte oder als Entzündungshemmer.

Spona kooperiert mittlerweile mit Ärzten in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Derzeit im Aufbau befindet sich ein Kooperationsnetz mit Taiwan, wie der Biochemiker berichtet.

www.vitalogic.at



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2007-03-20 16:32:36
Letzte Änderung am 2007-03-20 16:32:00

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