• vom 08.07.2013, 16:36 Uhr

Mensch


PID

Mediziner prüfen Eizellen auf ihr gesamtes Erbgut




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    London/Wien. (est) Aus einem einzigen Blutstropfen einer schwangeren Frau können wir das gesamte Erbgut des Embryos ablesen: Vor rund einem Jahr sorgten Mediziner mit dieser Nachricht für kontroverse Diskussionen. Nun blättern Forscher der Universität Oxford noch weiter zurück im Buch des Lebens. Sie können das komplette Erbgut der befruchteten Eizelle analysieren, berichtete ein Team um Dagan Wells vom NIHR Biomedical Research Centre der Universität Oxford auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Human-Reproduktion und Embryologie am Montag in London. Die Methode könnte die Erfolgsraten bei der künstlichen Befruchtung durch In-vitro-Fertilisation (IVF) von derzeit 36 Prozent erhöhen.


    Für viele Paare ist IVF die einzige Hoffnung auf ein eigenes Kind. Dabei werden Eizellen außerhalb des Körpers mit Samenzellen befruchtet und dann in den Mutterleib eingesetzt. Im Zuge der (in Österreich nicht erlaubten) Präimplantationsdiagnostik (PID) untersuchen die Mediziner dabei schwere Defekte an fünf oder sechs Chromosomen, die eine Schwangerschaft verunmöglichen oder schwere Behinderungen hervorrufen würden. Solche Eizellen werden dann nicht eingepflanzt.

    Wells und sein Team wollen nun die Methode des "Next Generation Sequencing" (NGS), die in der Mikrobiologie zum Einsatz kommt, erstmals an befruchteten Eizellen gestestet haben. Mit dieser kompletten Genom-Untersuchung will man der Vererbung von Gen-Defekten vollständiger als bisher auf die Spur kommen. Durch eine effektivere Auswahl von Eizellen könnten die Schwangerschaftsraten bei IVF steigen, berichteten die Forscher. Das erste gesunde Kind sei nach der neuen Form des Gen-Screenings im Juni geboren worden. Bisher wurde die Methode allerdings erst bei zwei Paaren getestet. Klinische Studien müssen folgen, bevor selbst die Eizellen gläsern werden.




    Schlagwörter

    PID, Genom, NGS

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    Dokument erstellt am 2013-07-08 16:41:06



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