• vom 27.04.2016, 19:05 Uhr

Mensch


Paläontologie

Frühmenschen dienten Raubtieren als Nahrung




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    Wien. (est) Vorfahren des modernen Menschen vor 500.000 Jahren dienten Raubtieren als Nahrung. Das berichten französische Forscher im Fachjournal "Plos One". Das Team um Camille Daujeard vom Nationalen Naturhistorischen Museum hat den Oberschenkelknochen eines Frühmenschen untersucht, der in einer Höhle nahe Casablanca in Marokko gefunden worden war. Der Fundort "Grotte a Hominides" ist für Knochen-Fossilien aus dem Pleistozän bekannt, die der Gattung Homo rhodesiensis zugeschrieben werden.

    "Im mittleren Pleistozän konkurrierten Frühmenschen mit größeren Raubtieren um Lebensraum. Nun haben wir den ersten Nachweis für diese Theorie", berichtet das Team. Die Analysen zeigen Knochenbrüche und Bissspuren, die auf Kaubewegungen von Fleischfressern zurückzuführen seien. Sie könnten von Hyänen stammen und kurz nach dem Tod des Opfers zugefügt worden sein, wobei nicht klar sei, ob die Hyäne ihr Opfer selbst erlegte. Bevor er sich in der Evolution durchsetzte, könnte der Mensch zugleich Opfer und Jäger gewesen sein, postulieren Daujeard und ihre Kollegen.


    Ernährungsstrategien
    Auch Forscher der Universität Tübingen berichten über evolutionäre Vorteile der Ernährung. Sie haben die Essensgewohnheiten von Neandertalern und modernen Menschen anhand von Spuren in fossilen Zähnen analysiert. Demnach überlebten die Neandertaler hunderttausende Jahre, weil sie ihre Ernährung an das Klima anpassten. In kalten Steppen nahmen sie Fleisch zu sich, im Waldgebieten Pflanzen und Samen. Homo sapiens legte sich hingegen auf eine Ernährung mit einem hohen pflanzlichen Anteil fest: Während die Neandertaler opportunistisch aßen, was sich anbot, musste der moderne Mensch Strategien entwickeln, um Nahrung zu finden. In der Evolution verschaffte ihm das einen Vorteil, so Studienleiterin Sireen El Zaatari in "Plos One".




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    Dokument erstellt am 2016-04-27 16:47:02



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