• vom 01.01.2018, 14:34 Uhr

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Aus für süße Werbung




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  • Fettleibigkeit bei Kindern nimmt zu: WHO fordert Einschränkungen bei der Werbung.

Genf. In vielen Staaten, so auch in Ländern wie Deutschland oder Österreich, hat die Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen große Ausmaße angenommen. Das Problem muss nach Auffassung einer Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rigoroser bekämpft werden. Vor allem die Werbung für Süßwaren, Junk-Food oder Bier müsse stärker eingeschränkt werden, forderte jetzt die WHO-Expertin Juana Willumsen.

"Es reicht nicht aus, bei Werbung auf eine freiwillige Selbstkontrolle durch die Hersteller von Junk Food zu setzen", sagte die Ernährungswissenschafterin. "Die Werbung muss klar reguliert sein, die Einhaltung muss überwacht werden und es muss Strafen bei Verstößen geben."


Bier mache besonders dick, und Werbung dafür sei in Deutschland nicht verboten, so Willumsen. Das trage womöglich zum steigenden Gewicht vieler Erwachsener, aber auch vieler Jugendlicher bei. Die WHO empfiehlt mehr Schulsport sowie eine Stadt- und Transportplanung, die Laufen, Fahrradfahren und sportliche Freizeitbeschäftigung fördert. Schulkinder hätten laut Statistik in Deutschland 2014 weniger Obst- und Gemüse gegessen als 2002. Der Softdrink-Konsum sei zwischen 2002 und 2006 gesunken, steige aber wieder.

Es funktioniert nicht
Nach der von der WHO genutzten Statistik des Wissenschafter-Netzwerks NCD-RisC waren 2016 in Deutschland 6,9 Prozent der Mädchen und 11,2 Prozent der Buben und Burschen zwischen fünf und 19 Jahren fettleibig. 1980 waren es bei den Buben nur vier Prozent, im Jahr 2000 hingegen 8,1 Prozent. Ab welchem Gewicht ein Kind als adipös gilt, wird weltweit einheitlich berechnet. Dabei werden Alter und Größe berücksichtigt. 2016 fielen beispielsweise in Österreich 11,3 Prozent der männlichen Heranwachsenden in diese Kategorie, in der Schweiz sieben Prozent. Mehr fettleibige Buben und Burschen als in Deutschland gibt es unter anderem in Spanien (12,9 Prozent), Italien (14,5 Prozent), China (15,4 Prozent) und den USA (23,3 Prozent). Weniger sind es dagegen in Großbritannien mit 10,9 Prozent oder in Frankreich mit 8,9 Prozent. In Indien lag der Anteil erst bei 2,4 Prozent.

Zur Effizienz freiwilliger Selbstkontrollen legten vorläufige Ergebnisse zahlreicher Studien vor allem eines nahe, wie Willumsen betonte: "Es funktioniert nicht." Hersteller von Süßwaren und -getränken und anderem Junk Food verpflichteten sich oft nur zu sehr begrenzten Einschränkungen. Dann werde etwa auf Werbung in Zeichentricksendungen oder Programmen nur für unter Fünfjährige verzichtet. "Junge Leute sind aber bis 16 sehr anfällig für Werbung, und die sehen auch andere Programme", meinte die Expertin.




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Dokument erstellt am 2018-01-01 14:38:03


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