• vom 02.02.2018, 10:21 Uhr

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Update: 02.02.2018, 10:35 Uhr

Rauchverbot

Beweise eindeutig: Rauchverzicht hilft




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Von WZ Online, APA


    Mit dem Rauchen aufzuhören senkt das Krebsrisiko. - © APAweb/Helmu Fohringer

    Mit dem Rauchen aufzuhören senkt das Krebsrisiko. © APAweb/Helmu Fohringer

    Wien. Geht es nach den klaren Beweisen der Wissenschaft, kann am Zurückdrängen des Tabakkonsums insgesamt und des Rauchens im Speziellen kein Weg vorbeiführen. Hier einige Fakten aus der wissenschaftlichen Literatur.

    850 Milliarden Euro Schäden gegen 215 Milliarden Einnahmen

    "Aktuell sterben jedes Jahr weltweit rund sechs Millionen Menschen durch den Tabakkonsum. Ohne dass härtere Maßnahmen getroffen werden, wird diese Zahl bis 2030 auf acht Millionen Opfer ansteigen", schrieb der "Lancet" im Jänner 2017 mit Berufung auf einen 700-Seiten-Bericht ("Die Ökonomie von Tabak und Tabakkontrolle") des Nationalen US-Krebsinstituts (NCI) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Einer Billion US-Dollar an Schäden (850 Milliarden Euro) - durch Produktivitätsverluste und Gesundheitskosten - pro Jahr stünden nur 269 Milliarden US-Dollar (215 Milliarden Euro) an Tabaksteuereinnahmen gegenüber. Für das 21. Jahrhundert wird weltweit mit rund einer Milliarde Todesopfern durch das Rauchen gerechnet.

    Bei 1,8 Millionen Menschen wird derzeit pro Jahr ein Lungenkarzinom festgestellt. 1,6 Millionen Patienten sterben pro Jahr. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt nur 15 Prozent.

    Lungenkrebs häufigste Todesursache sämtlicher Krebsarten

    Lungenkrebs ist in der EU die häufigste Todesursache sämtlicher Krebsarten. In Ungarn gehen 27 Prozent aller tödlichen Krebserkrankungen auf Lungenkrebs zurück - dies ist der höchste Wert in der EU. Portugal weist mit 15 Prozent den niedrigsten Anteil auf. Österreich liegt laut Eurostat-Daten vom Dienstag mit 19 Prozent unter dem EU-Durchschnitt von 21 Prozent. Die Daten stammen aus 2014.

    Hinter Ungarn folgen gleichauf Polen, Niederlande, Griechenland, Dänemark und Belgien mit je 24 Prozent. Luxemburg kommt auf 23 Prozent, vor Großbritannien (22 Prozent), Irland (21 Prozent), Slowenien, Rumänien, Italien, Kroatien, Frankreich, Spanien und Deutschland (je 20 Prozent), Österreich, Malta, Zypern, Estland, Tschechien und Bulgarien (je 19 Prozent), Finnland (18 Prozent), Litauen (17 Prozent), Schweden, Slowakei und Lettland (je 16 Prozent) sowie Portugal (15 Prozent).

    Tabakkonsum am stärksten vermeidbares Gesundheitsrisiko

    Eurostat verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Tabakkonsum eine der am stärksten vermeidbaren Gesundheitsrisiken darstellt. Zahlreiche Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Atemwegserkrankungen gingen damit einher. Von 4,9 Millionen Todesfällen in der EU 2014 waren 1,3 Millionen durch Krebs verursacht. 272.000 davon wurden durch Lungenkrebs einschließlich Luftröhrenkrebs ausgelöst.

    Der unter Fachleuten weltbekannte britische Epidemiologe Sir Richard Peto hat errechnet, dass sich ein Rauchstopp immer auszahlt. Auf der Basis der Million Women Health Study kalkulierte er: Raucher haben eine dreifach höhere Mortalität als Niemals-Raucher. Hören sie erst mit 50 Jahren mit dem Griff zur Zigarette auf, halbieren sie immerhin noch ihr Gesamt-Sterberisiko auf den Faktor 1,56. Das 25-fache Lungenkrebsrisiko fällt bei einem Rauchstopp mit 50 immerhin noch auf das Sechsfache.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-02-02 10:30:22
    Letzte Änderung am 2018-02-02 10:35:12


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