• vom 02.02.2018, 16:46 Uhr

Mensch

Update: 02.02.2018, 17:14 Uhr

Gehirnforschung

Auf gleicher Wellenlänge




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  • US-Forschern zufolge zeigt sich Freundschaft auch im Gehirn.

Das soziale Netzwerk der Probanden.

Das soziale Netzwerk der Probanden.© Carolyn Parkinson Das soziale Netzwerk der Probanden.© Carolyn Parkinson

Hanover/Wien. (gral) Mit guten Freunden haben wir viel gemeinsam, heißt es. Und tatsächlich teilen befreundete Menschen viele Interessen und Werte. Auch das Gefühl, mit jemandem auf gleicher Wellenlänge zu liegen, kommt einem immer wieder in den Sinn, wenn Freundschaften als besonders wahrgenommen werden. Glaubt man Hirnforschern, scheinen diese Vorstellungen tatsächlich nicht ganz so abwegig zu sein. Denn Freundschaft zeigt sich auch in der Hirnaktivität, wie Wissenschafter des Dartmouth College in Hanover nun im Fachblatt "Nature Communications" berichten. Und die Forscher gehen noch einen Schritt weiter: So lasse sich anhand von Gehirnscans auch voraussagen, ob zwei Menschen Freunde werden könnten.

Mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie wurde die neuronale Aktivität von Studenten gemessen, während sie verschiedene Videosequenzen anschauten. Die Filme umfassten ein breites Spektrum an Themen - politische Debatten, Wissenschaft, Komödie, Musik oder auch emotional bewegende Szenen. Jeder der 280 Studienteilnehmer bekam dasselbe Video in derselben Reihenfolge zu sehen. Zuvor hatten die Forscher erfragt, wie die Teilnehmer untereinander befreundet seien. Im Anschluss an die Messungen verglich das Team um Carolyn Parkinson die neuronalen Aktivitäten in insgesamt 80 Gehirnregionen, um herauszufinden, ob befreundete Studenten mehr Ähnlichkeiten aufwiesen als jene außerhalb ihres sozialen Netzwerks. Die Korrelation blieb auch dann bestehen, wenn die Forscher demografische Variablen wie das Geschlecht, das Alter, die Nationalität oder die Händigkeit herausrechneten.


Eine soziale Spezies
"Wir sind eine soziale Spezies und leben stets in Verbindung mit anderen Menschen", so Thalia Wheatley vom Dartmouth Social Systems Laboratory. "Wenn wir verstehen wollen, wie das menschliche Gehirn arbeitet, müssen wir verstehen, wie sich Gehirne in dieser Kombination verhalten - wie Gedanken einander formen." Mit dem Abstand im realen sozialen Netz wurden auch die Unterschiede im Gehirn größer. Damit lasse sich nicht nur einschätzen, welche Personen Freunde sind, sondern auch, wie weit entfernt voneinander sich zwei Menschen im sozialen Netz bewegen - ob direkt oder über eine, zwei oder drei Ecken.




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Dokument erstellt am 2018-02-02 16:50:13
Letzte Änderung am 2018-02-02 17:14:18


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