• vom 09.02.2018, 16:32 Uhr

Mensch

Update: 09.02.2018, 16:44 Uhr

Evolution

Sex als Schutz vor Schäden im Erbgut




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    "Sex ist also eine physiologische Notwendigkeit, als Folge eines sauerstoffbasierten Stoffwechsels bei allen höheren Organismen."

    "Sex ist also eine physiologische Notwendigkeit, als Folge eines sauerstoffbasierten Stoffwechsels bei allen höheren Organismen."© APAweb/AFP/dpa, Hendrik Schmidt "Sex ist also eine physiologische Notwendigkeit, als Folge eines sauerstoffbasierten Stoffwechsels bei allen höheren Organismen."© APAweb/AFP/dpa, Hendrik Schmidt

    Wien/Göttingen. Die Evolution könnte den Sex zum Schutz vor Erbgut-Schäden entwickelt haben. Das berichten die aus Österreich stammende Biologin Elvira Hörandl und ihr niederländischer Kollege Dave Speijer.

    Worin der evolutionäre Siegeszug der komplexen und fehleranfälligen sexuellen Fortpflanzung begründet ist, ist eine viel diskutierte Forschungsfrage. Die Biologin von der Universität Göttingen und ihr Kollege von der Universität Amsterdam setzten in ihrer Untersuchung vor zwei Milliarden Jahren an. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt entstanden erste Lebewesen mit Zellkern (Eukaryonten).


    Sauerstoffradikale als Gefahr
    Damals, vermutet das Team, vereinigten sich zum ersten Mal zwei Einzeller. Aus einem wurde das Mitochondrium, das seit dem in der Zelle für die Energiezufuhr verantwortlich ist. Das tut es, indem es die Sauerstoffatmung in die Wohngemeinschaft der Zellen einbringt. Damit konnten die beiden in Symbiose vereinigten Einzeller zwar auf deutlich mehr Energie zurückgreifen. Die Sauerstoffradikale, die dadurch in die Zelle gelangten, waren allerdings eine Gefahrenquelle, da sie das Erbgut schädigen können.

    Gerade bei Stress reichten die ursprünglichen Strategien zum Schutz der DNA plötzlich nicht aus. Daher entstand schon in den ersten Eukaryonten die Meiose als effizienter DNA-Reparaturmechanismus: Bei dieser Reduktions- und Rekombinationsteilung wird das Erbgut zweier Zellen und Zellkerne durchgemischt.

    "Sex ist also eine physiologische Notwendigkeit, als Folge eines sauerstoffbasierten Stoffwechsels bei allen höheren Organismen", erläutert Hörandl. In komplexen Organismen nahm Sex im Lauf der Zeit seine Rolle als genetischer Erneuerungsprozess ein, mit dem auch Mutationen beseitigt werden können, schreiben die Forschenden in den "Proceedings of the Royal Society B".




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    Dokument erstellt am 2018-02-09 16:35:17
    Letzte nderung am 2018-02-09 16:44:11