• vom 06.03.2018, 07:30 Uhr

Mensch


Ernährung

Essen oder die Qual der Wahl




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Von Alexandra Grass

  • Nahrung kann uns gesund und jung halten. Aber wie geht es richtig? Experten geben tausende Tipps.





Die österreichische Ernährungspyramide.

Die österreichische Ernährungspyramide.© bmsgk Die österreichische Ernährungspyramide.© bmsgk

Low-Carb, Low-Fat, mediterran, ketogen, fasten oder besser doch nicht? Wer einmal beginnt, sich mit dem Thema Ernährung näher auseinanderzusetzen, kommt ganz schön ins Schleudern. Lektüre gibt es zuhauf, wenn es ums Abnehmen, Entgiften, die Gesunderhaltung, Anti-Aging oder gar Heilen geht. Ob Sachbücher, Vorträge oder Diätpläne im Internet: Die Informationen überfordern den Normalbürger derart, dass eine Richtungsentscheidung mehr als schwer fällt.

Eines liegt auf der Hand: Der Mensch braucht Nahrung. Dass diese eine gewisse Qualität aufweisen soll, ist klar. Möglichst biologisch sollte sie sein, um dem Körper möglichst wenig Pestizide, Antibiotika, Mikroplastik oder andere Schadstoffe zuzuführen. Zudem sollte sie, so der Tenor, ausgewogen sein. Denn auch die Nährstoffe selbst und nicht zuletzt ihre Dosis spielen eine große Rolle. Zu wenig Vitamin D lässt das Immunsystem schwächeln, bei Eisenmangel kommt es zu Blutarmut, Kalziummangel lässt die Knochen spröde werden. Doch was steckt in unserer Nahrung, das uns beeinflusst - unsere Zellen und sogar die Gene? Wie steht es um die Ernährung heute und welchen Weg sollten wir einschlagen, um nicht in die Irre zu laufen?

Information

Sachbücher:

Der Jungzelleneffekt
Slaven Stekovic,
edition a, 224 Seiten, Euro 19,95

Böses Gemüse

Steven R. Gundry
Beltz-Verlag, 384 Seiten, Euro 19,95

Zwei kürzlich erschienene Bücher könnten konträrer nicht antworten. Eines haben sie allerdings doch gemeinsam: Es stehen vor allem die Gesunderhaltung und der Alterungsprozess im Vordergrund.

In seiner Neuerscheinung "Der Jungzelleneffekt" (edition a) kommt der Molekularbiologe Slaven Stekovic zu folgender Erkenntnis: "Natürlich war das Essen immer ein Thema, wenn es darum ging, möglicherweise früher abtreten zu müssen als nötig. Allerdings haben die Übeltäter ziemlich häufig gewechselt." So waren es einmal Fette, ein anderes Mal die Kohlenhydrate, die an den Pranger gestellt wurden. Er konzentriert sich daher nicht auf Nahrung per se, sondern nennt die Autophagie, die zelleigene Müllabfuhr, als zentralen Weg aus der Misere.

"Beim Fasten kein Schummeln"

Zur Erklärung: Stoffwechselvorgänge erzeugen Abfälle - Proteine, die zusammenkleben oder sich verformen, überarbeitete Zellkraftwerke (Mitochondrien), die mehr gefährliche Sauerstoffradikale als Energie produzieren. Das körpereigene Zellrecycling hält gesund und jung und kann nahezu ausschließlich durch Fasten erreicht werden. Das bestätigt der Ernährungswissenschafter Alexander Haslberger von der Universität Wien im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Fasten - und damit auch gleichzeitig die Autophagie - hat Einfluss auf gesundheitsrelevante Aspekte: So wirkt sich Hungern etwa auf die Mikrobiota, die Darmflora, positiv aus. Auch die Telomere, die Enden unserer Chromosomen, die mit Langlebigkeit in Verbindung stehen, profitieren davon.




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Dokument erstellt am 2018-03-05 17:20:41
Letzte Änderung am 2018-03-05 17:46:45


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