• vom 18.07.2018, 16:35 Uhr

Mensch

Update: 18.07.2018, 16:47 Uhr

Gesundheit

Sieg über Aids in Gefahr




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  • Experten fordern im Welt-Aids-Report mehr Mittel und Anstrengungen ein.



Genf. Teilerfolge beim Zurückdrängen von HIV und Aids sollten nicht den Blick darauf verstellen, dass für einen endgültigen Sieg über die Immunschwächekrankheit noch mehr Mittel und Anstrengungen notwendig sind. "Das Tempo unserer Fortschritte gewährleistet nicht das Erreichen unseres globalen Ziels", betonte am Mittwoch UNAIDS-Generaldirektor Michel Sidibe anlässlich der Vorstellung des neuen Welt-Aids-Reports.

Sidibe präsentierte den Bericht in Genf nur wenige Tage vor dem Beginn der Welt-Aids-Konferenz, die von 23. bis 27. Juli in Amsterdam stattfindet. Es geht um das Erreichen eines ambitionierten Ziels. Im Jahr 2020 sollen weltweit 90 Prozent der von HIV Betroffenen über ihre Infektion auch Bescheid wissen, 90 Prozent davon in Behandlung sein und bei wiederum 90 Prozent das Virus im Blut durch die Unterdrückung der Virus-Vermehrung nicht mehr nachweisbar sein. So lautet die UNAIDS-Devise im Rahmen des "90-90-90"-Programms zur Beendung der Pandemie.


Kinder zurückgelassen
Die Welt befinde sich erst auf halbem Weg bei der Erreichung der Ziele, betonte der UNAIDS-Chef: "Die Zahl der Aids-bedingten Todesfälle ist derzeit auf dem niedrigsten Stand in diesem Jahrhundert mit weniger als einer Million Opfer pro Jahr. (...) Derzeit sind mit 21,7 Millionen Menschen mehr Betroffene in Behandlung als je zuvor (....). In den nächsten drei Jahren aber müssten jährlich weitere 2,8 Millionen Patienten hinzukommen. Doch es gibt keine neuen Hilfsversprechen auf mehr Mittel. Es gibt einen akuten Mangel an Personal im Gesundheitswesen sowie andauernde Diskriminierung und Stigmatisierung."

Besonders die Kinder würden im Kampf gegen HIV und Aids zurückgelassen. Zwar habe man seit 2010 rund 1,4 Millionen Neuinfektionen bei Kindern verhindern können. Aber 2017 habe es noch immer 118.000 Fälle von Ansteckung gegeben. "Das ist weit vom Ziel entfernt, dass es 2018 keine neuen HIV-Infektionen bei Kindern mehr geben soll", so Sidibe.

Wie groß die Herausforderung durch HIV und Aids weiterhin ist, belegen auch die aktuellen Zahlen: 2017 lebten weltweit insgesamt 36,9 Millionen Menschen mit HIV-Infektionen. 19,6 Millionen von ihnen leben südlich der Sahara und in Ostafrika. 21,7 Millionen Patienten erhielten eine antiretrovirale Therapie. Die Zahl der Neuinfektionen betrug 1,8 Millionen. Vergangenes Jahr starben rund 940.000 Menschen daran. Dabei sei das Infektionsrisiko bei Homosexuellen 28-mal höher als bei Heterosexuellen. Weitere Risikogruppen sind Prostituierte, Drogenabhängige und Transgender-Frauen. Seit dem Beginn der weltweiten Epidemie ungefähr Mitte der 1980er-Jahre sind insgesamt 77,3 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert worden. 35,4 Millionen Patienten sind gestorben.

Im Vergleich zum "90-90-90"-Programm, dessen Ziele im Jahr 2020 zu erreichen wären, gibt es allerdings noch etlichen Aufholbedarf: Denn 2017 wussten nur rund 75 Prozent der HIV-Positiven über ihren Infektionsstatus bescheid. 79 Prozent davon bekamen eine antiretrovirale Therapie. Bei 81 Prozent der Behandelten konnte die Konzentration der HI-Viren unter die Nachweisgrenze gedrückt werden. Bei solchen Entwicklungen wird es allerdings mit jedem Fortschritt immer schwieriger, die letzten Ziele tatsächlich zu erreichen.

Während im Jahr 2000 für die Staaten mit geringem oder mittlerem BIP rund 4,8 Milliarden US-Dollar (4,10 Mrd. Euro) für den Kampf gegen HIV und Aids zur Verfügung standen, waren es im Jahr 2017 ganze 21,3 Milliarden US-Dollar (18,17 Mrd. Euro). 2014 bis 2016 waren es jährlich jeweils ziemlich gleichbleibend um die 19 Milliarden US-Dollar (16,21 Mrd. Euro) gewesen. Jetzt geht es darum, durch eine weitere Anstrengung den Weg zum echten Ende der Pandemie aufzubereiten. Der Weg bis zum Ende der Aids-Epidemie sei noch lang und die Zeit werde knapp.




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Dokument erstellt am 2018-07-18 16:41:05
Letzte Änderung am 2018-07-18 16:47:02


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