• vom 13.11.2018, 17:00 Uhr

Natur

Update: 13.11.2018, 17:31 Uhr

Biologie

Schutzgebiete nützen Schildkröten im Amazonas




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    Manaus. An den Ufern des Jurua-Flusses im brasilianischen Amazonasgebiet tummeln sich wieder mehr südamerikanische Arrauschildkröten. Die Population sei auf dem besten Weg, sich komplett zu erholen, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie von Forschern der britischen University of East Anglia.

    Heute brüten demnach in der Region neunmal so viele Schildkröten wie Ende der 1970er Jahre. Damit habe sich die Zahl der jährlich schlüpfenden Schildkröten um 70.000 Exemplare erhöht.

    Entscheidend sei gewesen, Dorfbewohner als Wildhüter in den Schutz der Tiere einzubeziehen, schreiben die Wissenschafter in der Fachzeitschrift "Nature Sustainability". So seien an den geschützten Flussufern nur zwei Prozent der insgesamt mehr als 2.000 Brutplätze von Wilderern geplündert worden. An den nicht geschützten Stränden hingegen hätten sie fast alle Nester ausgeräumt. Auch andere Tiere in der Region profitieren demnach von den Schutzgebieten. Die Arrauschildkröte (Podocnemis expansa) wird je nach Angaben 75 oder gar 90 Zentimeter lang und gilt als Gigant unter den Süßwasserschildkröten.

    Finanzielle Unterstützung fehlt

    "Die Studie zeigt, wie effektiv es ist, die Menschen an Ort und Stelle in die Lage zu versetzen, die Gebiete zu schützen", sagte Carlos Peres von der University of East Anglia. "Sich auf eine Handvoll Regierungsbeamte in den Städten zu verlassen, um fünf Millionen Quadratkilometer im Amazonasgebiet zu schützen, funktioniert meist nicht."

    Information

    Nach der Weltnaturschutzunion IUCN gilt die Arrauschildkröte
    als schutzbedürftig ("conservation dependent").

    Jedoch beklagen sich die örtlichen Wildhüter über mangelnde finanzielle Unterstützung. "Die Wächter der Ufer sind unzufrieden, dass sie für ihre gefährliche Arbeit nur wenig bekommen", sagt Studienautor, Joao Campos-Silva. "Das bedeutet, dass viele drauf und dran sind, ihre über Jahrzehnte erfolgreiche Arbeit aufzugeben."





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2018-11-13 16:25:15
    Letzte Änderung am 2018-11-13 17:31:22



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