• vom 20.12.2018, 15:20 Uhr

Natur

Update: 20.12.2018, 15:50 Uhr

Biologie

Blauracke so gut wie ausgestorben




  • Artikel
  • Kommentare (6)
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Heuer erstmals kein einziges Brutpaar in Österreich.

Die Blauracke gehört (noch) zu den farbenprächtigsten Vögeln Europas.

Die Blauracke gehört (noch) zu den farbenprächtigsten Vögeln Europas.© NHM Die Blauracke gehört (noch) zu den farbenprächtigsten Vögeln Europas.© NHM

Wien/Graz. Einer der farbenprächtigsten Vögel Europas, die Blauracke, ist in Österreich so gut wie ausgestorben. Gab es Mitte des 20. Jahrhunderts allein in der Steiermark noch fast 300 Brutpaare, ist der Bestand kontinuierlich zurückgegangen. 2018 brütete erstmals kein Blaurackenpaar in Österreich, berichten das Naturhistorische Museum Wien (NHM) und BirdLife Österreich.

"Beim Aussterben zusehen" ("Whitnessing extinction") - so übertitelten die Wissenschafter der beiden Einrichtungen nun eine im "Journal of Zoology Systematics and Evolutionary Research" publizierte Studie, in der sie umfangreiche genetische Ergebnisse über die Blauracke veröffentlichten. Sie verwendeten dafür einerseits Proben von Nestlingen, die zwischen 2003 und 2015 in der Steiermark beringt worden waren, andererseits Vögel, die als Belegexemplare in der Vogelsammlung des NHM aufbewahrt werden. Dazu kam Vergleichsmaterial aus anderen europäischen und asiatischen Ländern. In der Studie zeigte sich deutlich der Verlust genetischer Vielfalt in Folge des Zusammenbruchs der steirischen Population. Während die historischen Proben aus Österreich aus den Jahren 1874 bis 1931 genetisch äußerst variabel waren, sank die Diversität von Vögeln aus späteren Jahren stetig, bis sich schließlich in der Gegenwart die Racken genetisch einander extrem stark ähnelten. Das bedeutet, dass nicht nur die Zahl der Blauracken stark zurückgegangen ist, sondern die Population auch eine massive genetische Verarmung erlitten hat.


Die Forscher vermuten, dass dies in Verbindung mit dem Verlust an geeigneten Lebensräumen zusammenhängt, dass die verbliebenen Vögel immer seltener bzw. gar nicht mehr brüten. Heuer sind nur wenige nichtbrütende Altvögel aus dem afrikanischen Überwinterungsgebiet zurückgekehrt.

BirdLife Österreich hatte erst kürzlich vor dem Aussterben einer weiteren Vogelart in Österreich gewarnt: Vom Raubwürger, einem amselgroßen Vogel mit schwarzer "Räubermaske" auf hellem Kopf. Nach Angaben der Organisation sind in den vergangenen 20 Jahren die Bestände der meisten heimischen Feldvogelarten völlig eingebrochen.




6 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-12-20 15:31:58
Letzte Änderung am 2018-12-20 15:50:18


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Manipulation, Eskalation und Mitgefühl
  2. Ein zartes grünes Pflänzchen auf dem Mond
  3. Rosa Luxemburg: "Ich war, ich bin und werde sein"
  4. Die Angst vor dem Wolf
  5. Wettbewerb soll Österreichs Zukunft sichern
Meistkommentiert
  1. Die Angst vor dem Wolf
  2. China landet hinter dem Mond
  3. Männer lügen häufiger als Frauen
  4. Die Landung hinter dem Mond
  5. Dem Himmel gehen die Namen aus

Werbung





Werbung