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Natur

Update: 16.01.2019, 17:21 Uhr

Kosmologie

Schwarze Löcher beim Friseur




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Von Eva Stanzl

  • Der Physiker Malcolm Perry, einer der letzten Ko-Autoren von Stephen Hawking, über die "Haare" der Massemonster.

Kosmische Gefängnisse entlassen doch manche Lichtpartikel aus ihren Fängen. - © M-Garlick//Sheffield University/afp

Kosmische Gefängnisse entlassen doch manche Lichtpartikel aus ihren Fängen. © M-Garlick//Sheffield University/afp

Dass Physik Spaß machen kann, vermitteln wohl nur einige Größen des Faches. Eine dieser Größen ist Malcolm Perry. Der britische Physiker forschte über viele Jahre zusammen mit einem der Popstars der Wissenschaft, Stephen Hawking. Über die Arbeit mit Hawking, der im März 2017 der degenerativen Nervenerkrankung Amyotrophe Lateralsklerose erlag, unterhielt Perry sich mit der "Wiener Zeitung" am Rande eines Vortrags an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

"Wiener Zeitung": Erzählen Sie über Ihre Zusammenarbeit mit dem Popstar der Physik, Stephen Hawking. Wie haben Sie ihn erlebt?

Malcom Perry: Ich lernte Stephen Hawking 1974 kennen. Damals studierte ich Physik in Oxford. Nach Cambridge ging ich, um in Mathematik zu graduieren, weil ich fand, dass ich zu wenig davon beherrschte, um etwas Brauchbares tun zu können. Stephen Hawking schickte nach mir. Es sagte: "Sieht aus, als würden Sie sich mit der Teilchenphysik beschäftigen wollen. Haben Sie je über Relativität nachgedacht?" - Nicht wirklich, sagte ich. "Kommen Sie morgen zu meiner Vorlesung", forderte er mich auf. Es war seine erste Vorlesung in Cambridge über die Hawking-Strahlung. Mir wurde klar, dass man dieser Aufmerksamkeit schenken sollte. Und dann war Hawking ein bisschen eine Ratte. Er ging für zwei Jahre ans Caltec nach Kalifornien und ich bekam einen Betreuer, den ich für inkompetent hielt und als furchteinflößend empfand.

Wie sind Sie mit der Situation umgegangen?

Ich lernte Unabhängigkeit. Und ich telefonierte viel in die USA. Allerdings war Stephen, bevor er seinen Sprachcomputer bekam (1985, Anm.), aufgrund seiner Krankheit schwer zu verstehen. Ich brauchte ein Jahr, um zu begreifen, was er sagte. Zuerst war ich sein ehrfürchtiger Student, wir schrieben damals nur ein Paper gemeinsam. Als ich nach Princeton ging, waren wir Kollegen, bis er einmal nach Princeton kam, wo ich unabhängig von ihm arbeitete. Das war der Moment, als wir Freunde wurden und unsere intensive Zusammenarbeit begann. Es machte großen Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Egal ob wir Physik betrieben oder auf einer Party waren - er ließ nichts unversucht und kam mit allem durch.

Wann haben Sie Stephen Hawking zum letzten Mal gesehen?

Etwa zwei Wochen, bevor er starb, sah ich ihn zum letzten Mal. Ich wusste, dass es ihm nicht gut ging. Ich war gerade in Harvard und fand, dass wir uns über unsere Arbeit unterhalten sollten, und setzte mich in ein Flugzeug.


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Dokument erstellt am 2019-01-16 17:14:34
Letzte Änderung am 2019-01-16 17:21:53



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