• vom 13.02.2013, 17:28 Uhr

Natur

Update: 13.02.2013, 21:54 Uhr

Asteroidenabwehr

Asteroid gefährdet Satelliten




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"Der Krieg der Sterne" mit entsprechenden Spielen im virtuellen Raum ist zwar schon lange Gesprächsstoff, aber ist die Menschheit wirklich schon vorbereitet, um von Asteroiden ausgehende Bedrohungen abzuwehren?

"Man denkt darüber nach, was man tun könnte, und stellt fest, dass man nichts tun könnte", umreißt Baumjohann nüchtern die derzeitige Lage, "alles andere ist Hollywood." Nur in Filmen sei man schon so weit, dass man Asteroiden, wenn sie sich noch in großer Distanz zur Erde befinden, unschädlich machen kann.

Internationale Initiativen zur planetaren Verteidigung
Die Weltraumagenturen, ob ESA in Europa oder Nasa in Amerika, sind sich aber der Gefahr bewusst und arbeiten schon an Lösungen. 2009 hielt die "International Academy of Astronautics" in Spanien ihre erste Konferenz zum Thema "Die Erde vor Asteroiden schützen" ab. Im Jänner 2012 startete das von der deutschen Raumfahrtagentur DLR koordinierte internationale Forschungsprojekt "NEOShield", das die planetare Verteidigung bei Bedrohung der Menschheit durch erdnahe Objekte zur Aufgabe hat.

Baumjohann rechnet damit, dass es spätestens in 20 Jahren Ergebnisse auf diesem Gebiet geben wird. Vorstellbar ist die Errichtung eines stationären Raketentriebwerks außerhalb des Satellitengürtels, von dem im Fall des Falles ein Asteroid beschossen werden könnte, um ihn abzulenken oder in so kleine Teile aufzulösen, dass die Schäden relativ gering ausfallen.

Die Zeit bis dahin sollte reichen, denn die ganz großen Brocken unter den Asteroiden kennt man, und die nähern sich der Erde nicht wie die kleineren von der Größe des 2012 DA 14 alle paar Jahre oder Jahrzehnte, sondern in viel größeren Zeitabständen. Die Häufigkeit von Einschlägen großer Brocken von 500 bis 5000 Meter Durchmesser wird auf alle zwischen 70.000 und sechs Millionen Jahre geschätzt. Laut Hochrechnung ist auf dem Festland alle zwei bis drei Millionen Jahre ein Einschlag, der einen 20 Kilometer großen Krater hinterlässt, zu erwarten.

Was Asteroiden schon angerichtet haben, dokumentiert die "Earth Impact Database", die 183 nachgewiesene Einschlagkrater auf der Erde auflistet. Der größte und älteste, der Vredefort-Krater in Südafrika, entstand vor zwei Milliarden Jahren und hatte ursprünglich 250 bis 300 Kilometer Durchmesser. Der mit 180 Kilometer Durchmesser drittgrößte Krater, der Chicxulub-Krater im Untergrund der mexikanischen Halbinsel Yucatan, ist wohl der berühmteste: Er erinnert an das Aussterben der Saurier und vieler anderer Lebewesen vor 65 Millionen Jahren.

Nach Ansicht von Experten soll der Asteroid 2012 DA 14 bis zu 195 Milliarden Dollar (145 Milliarden Euro) wert sein. Wenn nur zehn Prozent seiner Masse aus wertvollen Rohstoffen wie Eisen und Nickel bestünden, seien diese nach derzeitigen Marktpreisen bereits 130 Milliarden Dollar wert, teilte das Unternehmen Deep Space Industries mit. Schätzungsweise fünf Prozent des Asteroiden seien nutzbares Wasser, das rund 65 Milliarden Dollar koste.

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Dokument erstellt am 2013-02-13 17:32:04
Letzte Änderung am 2013-02-13 21:54:41


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