• vom 21.12.2015, 14:34 Uhr

Natur

Update: 21.12.2015, 14:39 Uhr

Langzeitstudie

Wasservögel überwintern immer seltener in Österreich




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Von WZOnline/APA

  • Die Experten fanden einige Erklärungen für den Rückgang an "Wintergästen".

An die hundert unterschiedliche Vogelarten wie verschiedene Enten, Schwäne, Möwen, Lappentaucher, Seetaucher, Reiher und Rallen, überwintern in Österreich. - © APA/dpa

An die hundert unterschiedliche Vogelarten wie verschiedene Enten, Schwäne, Möwen, Lappentaucher, Seetaucher, Reiher und Rallen, überwintern in Österreich. © APA/dpa

Wien. Immer weniger Wasservögel überwintern in Österreich. Das zeigt eine österreichweite Langzeitstudie über 45 Jahre, die die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich veröffentlicht hat. Durch den Klimawandel würden die Tiere auch im Norden ausreichend Futter und Lebensraum finden. Zudem gebe es durch verbesserten Gewässerschutz hierzulande weniger Futter für pflanzenfressende Vögel.

131.000 Wintergäste

Seit den 1970er Jahren werden alljährlich an Gewässern wie dem Rheindelta, am österreichischen Ufer des Bodensees, dem Inn, aber auch an Traun- und Attersee, den meisten Kärntner Seen und entlang der Donau und der Mur von Hunderten Freiwilligen Wasservögel gezählt. Von 1970 bis Ende der 1980er Jahre stiegen die Bestände stetig an und erreichten bei knapp 200.000 überwinternden Wasservögeln ihr Maximum. Seither ist der Trend abfallend.

"Aktuell sprechen wir von etwa 131.000 Wasservögeln, die hierzulande überwintern", so Norbert Teufelbauer von BirdLife Österreich. Dabei handelt es sich um an die hundert unterschiedliche Vogelarten wie verschiedene Enten, Schwäne, Möwen, Lappentaucher, Seetaucher, Reiher und Rallen.

Gewässer im Norden frieren nicht mehr zu

Die Experten haben einige Erklärungen für den Rückgang: Die in Österreich überwinternden Wasservögel kommen aus dem Norden Europas, zum Teil sogar aus der Arktis, wo die Gewässer im Winter komplett zufrieren. Wenn dies durch die immer wärmeren Winter nicht mehr der Fall ist, können Arten, die üblicherweise nach Mitteleuropa fliegen, auch weiter im Norden überwintern.

Studien würden zudem belegen, dass die Konzentration an Pflanzennährstoffen in den heimischen Gewässern als Folge des verbesserten Gewässerschutzes seit vielen Jahren abnimmt. "Weniger Nährstoffe heißt aber auch, dass viele pflanzenfressende Wasservögel weniger Futter vorfinden", erklärte Teufelbauer. Er geht auch von einem Rückgang der Bestände der vom Schwarzen Meer eingeschleppten Dreikantmuschel aus, einer beliebten Nahrungsgrundlage bei einigen überwinternden Wasservogelarten.





Schlagwörter

Langzeitstudie, Birdlife

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Dokument erstellt am 2015-12-21 14:37:28
Letzte Änderung am 2015-12-21 14:39:46


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