• vom 17.10.2017, 16:54 Uhr

Natur


Chemie

Spuren von Mikroben auf künstlichem Mars




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    Wien. Die Spuren von Mikroben auf künstlichem Mars-Gestein untersuchen Forscher der Uni Wien. Im Fachblatt "Frontiers in Microbiology" berichten sie über "Fingerabdrücke", die das Archaeon "Metallosphaera sedula" hinterlässt. Dies soll einmal dabei helfen, Lebensspuren nachzuweisen.

    In einer Art "Mars-Farm" simulieren die Biochemikerin Tetyana Milojevic und Kollegen vom Institut für Biophysikalische Chemie die Auswirkungen von Mikroben, wie sie vielleicht einmal auf dem Mars gelebt haben, auf verschiedene Gesteine. Im Mittelpunkt steht dabei "Metallosphaera sedula" eine extrem anpassungsfähige Mikrobenart, die fähig ist, anorganische Substanzen wie Eisen, Schwefel oder Uran zur Energiegewinnung zu nutzen. Die Forscher lassen die Mikroben unter speziellen atmosphärischen Bedingungen verschiedene synthetische Mischungen von Mineralien besiedeln. Diese entsprechen Gesteinen der Marsoberfläche.


    Weg zum Bio-Mining
    "Wir konnten zeigen, dass Metallosphaera sedula aktiv die synthetischen Mineralien besiedeln kann, da sie fähig sind, Metalle zu oxidieren, um sie in ihren Stoffwechsel einzuspeisen", erklärt Milojevic in einer Aussendung. Dabei verändern die Mikroben die mineralische Oberfläche und setzen lösliche Metalle frei, "quasi Fingerabdrücke der Mikroben". Diese Veränderungen lassen sich chemisch mittels spektroskopischen Methoden sowie morphologisch mittels Elektronenmikroskopie nachweisen.

    Die Resultate würden Anhaltspunkte für den Nachweis von Biosignaturen auf extraterrestrischem Material liefern. Die Aktivität der Mikroben gekoppelt mit der Freisetzung von löslichen Metallen könnte aber auch den Weg für künftiges extraterrestrisches Bio-Mining ebnen, also die Gewinnung von Schwermetallen aus Erzen von Asteroiden, Meteoriten und anderen Himmelskörpern.




    Schlagwörter

    Chemie, Biologie, Mikroben, Mars, Bio-Mining

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    Dokument erstellt am 2017-10-17 17:00:03



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