• vom 13.04.2018, 13:49 Uhr

Natur

Update: 13.04.2018, 16:28 Uhr

Artenschutz

Punk-Schildkröte und Riesensalamander




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Von Gerald Jatzek / WZ Online

  • In London wurde eine Liste mit hundert bedrohten Reptilien veröffentlicht.

Die Mary-River-Turtle und ihr Habitat. - © Linda Matthewson - CC 4.0 / Australian Museum - J. Cann - Nature Focus

Die Mary-River-Turtle und ihr Habitat. © Linda Matthewson - CC 4.0 / Australian Museum - J. Cann - Nature Focus

Etwa hundert Arten von Reptilien sind akut vom Aussterben bedroht. Das geht aus einer Veröffentlichung der Zoologischen Gesellschaft von London (ZSL) hervor. Um der Initiative möglichst viel Aufmerksamkeit zu verschaffen, streichen die Zoologen die Mary-River-Schildkröte hervor..

Die ist dafür zweifellos geeignet, wachsen ihr doch grüne Algen auf dem Kopf. Das kommt daher, dass die im australischen Bundesstaat Queensland beheimatete Schildkröte viel Zeit ruhend unter Wasser verbringt,  Der so entstehende "Irokese" ist freilich für die Wissenschaft weniger interessant als ein zusätzliches Atmungsorgan am Hinterteil. Mit diesen Drüsen an ihrer Kloake, also dem Körperausgang für die Verdauungs- und die Geschlechtsorgane, kann die Schildkröte unter Wasser atmen und bis zu drei Tage unter Wasser verbringen. Trotz dieser Besonderheit gilt sie erst seit 1994 als eigene Art.

Ein Ausschnitt aus der Liste.

Ein Ausschnitt aus der Liste.© (Screenshot) Ein Ausschnitt aus der Liste.© (Screenshot)

Nach Angaben des australischen Umweltministeriums hängt das allmähliche Verschwinden der Mary-River-Schildkröte damit zusammen, dass sie in den 70er- und 80er-Jahren ein beliebtes Haustier war.

Londons Zoologische Gesellschaft weist darüber hinaus auf die Zerstörung ihres Lebensraums hin. Nachteilig wirkt sich aus, dass das Reptil frühestens mit 25 Jahren geschlechtsreif wird.

Alligatoren, Boas, Blindschleichen

Der China-Alligator ist beinahe ausgerottet.

Der China-Alligator ist beinahe ausgerottet.© Gary M. Stolz, US Fish and Wildlife Service - PD Der China-Alligator ist beinahe ausgerottet.© Gary M. Stolz, US Fish and Wildlife Service - PD

Zu den besonders gefährdeten Arten zählt der China-Alligator (Alligator sinensis), der nur etwa halb so groß wird wie sein nordamerikanischer Verwandter. Er kommt außerhalb von Zoos kaum noch vor. Intensive Bejagung führte in den letzten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zum Verlust von mehr als 90 Prozent des Verbreitungsgebiets.

Der Bestand an der Mündung des Jangtsekiang wird auf etwa 120 Exemplare geschätzt. Etwa ebensoviele Tiere leben in zoologischen Gärten. Sowoghl in China wie in Europa wird versucht, die Species durch Zuchtprogramme zu erhalten.

Auf der EDGE genannten Liste finden sich auch die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea), das Süßwasserkrokodil Gangesgavial und die nur auf Round Island bei Mauritius vorkommende Kielschuppenboa. Allein in Madagaskar sind mit der Schienenschildkröte (Erymnochelys madagascariensis), der Blindschleichenart Xenotyphlops grandidieri und drei Landschildkröten fünf Arten stark bedroht.

Die Liste ist online einzusehen.

Über EDGE

Das Programm EDGE of Existence sammelt Daten über gefährdete Arten und führt gleichzeitig Schutzprogramme durch. Aktuell sind dies etwa Bemühungen zur Erhaltung des Zwergfaultiers auf einer Insel vor Panama und des Chinesischen Riesensalamanders, der gleichermaßen durch seine Verwendung in der Küche wie in der traditionellen Medizin bedroht ist.

Ziel der Aktivitäten ist der Schutz der biologischen Vielfalt, der 1993 im internationalen Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity) festgelegt wurde.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-04-13 13:27:06
Letzte Änderung am 2018-04-13 16:28:42


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