• vom 19.04.2018, 17:26 Uhr

Natur

Update: 16.05.2018, 21:04 Uhr

Exoplaneten

Weltraumteleskop Tess sucht nach Planeten




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    Tess ist mit vier Kameras ausgestattet. - © NASA

    Tess ist mit vier Kameras ausgestattet. © NASA

    Wien. Auf der Suche nach Planeten in nahen Sonnensystemen löst das Weltraumteleskop TESS (Transit Exoplanet Survey Satellite) das Teleskop Kepler ab, dem in wenigen Monaten der Treibstoff ausgehen wird.

    TESS wurde am 18, April vom Weltraumflughafen Cape Canaveral in Florida mit einer Falcon-9-Trägerrakete von SpaceX ins All befördert. Ab Mitte Juli 2018 wird es aus seiner Umlaufbahn Daten senden.

    Die Wissenschafter erwarten, dass Tess etwa 20.000 bisher unbekannte Planeten in der ganzen Bandbreite von kleinen Felswelten wie die Erde bis zu Gasriesen wie etwa Jupiter entdecken wird. Ungefähr 50 davon sollten in etwa erdgroß sein, weitere 500 maximal doppelt so groß wie die Erde. Das Teleskop soll mindestens zwei Jahre auf Beobachtungsreise um die Erde sein.

    Verdunkelung als Indikator

    Das Teleskop ist mit vier Kameras ausgestattet, und das Grundprinzip der Suche ist einfach: Es beobachtet das Licht von Sternen. Wenn dessen Intensität nachlässt, deutet das auf das Vorbeiziehen eines Planeten hin.Das Prinzip der SucheBild: NASA - Goddard Space Flight Center

    Aus den Schwankungen der Helligkeit, der Geschwindigkeit des Objekts und anderen Parametern lassen sich Rückschlüsse auf die Größe und Beschaffenheit des Planeten ziehen.

    Schematische Darstellung der von TESS beobachteten Sektoren.

    Schematische Darstellung der von TESS beobachteten Sektoren.© NASA Schematische Darstellung der von TESS beobachteten Sektoren.© NASA

    TESS umkreist unseren Planeten in einer exzentrischen Bahn. Den beobachteten Raum haben die Wissenschaftler in 26 einander überlappende Sektoren mit je 24° × 96° geteilt. Jeder wird die 13,7 Tage lang beobachtet, die eine Umkreisung dauert. Am Ende übermittelt TESS vom nächsten Punkt zur Erde aus seine Daten.

    Interesse an bewohnbaren Planeten

    Im wissenschaftlichen Team der Mission ist auch die Österreicherin Lisa Kaltenegger. Ihre Aufgabe ist es, neu entdeckte Planeten darauf zu untersuchen, ob sie bewohnbar sein könnten.

    "Kepler hat eine faszinierende Vielfalt von Exoplaneten entdeckt, aber nur 0,25 Prozent des Himmels abgesucht", so Kaltenegger, die an der Cornell University in Ithaca, New York, forscht. Sie sind im Schnitt 1000 Lichtjahre von der Erde entfernt und ihre Sterne sind außerdem zu lichtschwach, als dass man etwas über ihre Atmosphären erfahren kann. "Tess kümmert sich darum nur um die 200.000 hellsten Sterne in der kosmischen Nachbarschaft der Erde, sucht bis zu einer Entfernung von 300 Lichtjahren", so die Forscherin. Zudem beobachtet das neue Weltraumteleskop den Großteil des Himmels (85 Prozent).

    Die Mission kostet umgerechnet rund 160 Millionen Euro.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-04-16 17:30:15
    Letzte Änderung am 2018-05-16 21:04:37


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