• vom 25.04.2018, 10:52 Uhr

Natur

Update: 25.04.2018, 10:57 Uhr

Umwelt

Bäume in Hochlagen profitieren nicht durch den Klimawandel




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Von WZ Online, APA

  • Das vermutete stärkere Wachstum von Bäumen im Gebirge durch höhere Temperaturen findet in Österreich nicht statt.

In Österreich führt der Klimawandel nicht, wie bisher angenommen, zu Vorteilen für Bäume in höheren Lagen.  - © APAweb/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

In Österreich führt der Klimawandel nicht, wie bisher angenommen, zu Vorteilen für Bäume in höheren Lagen.  © APAweb/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Wien/Salzburg. Durch den Klimawandel wandern die Vegetationszonen gipfelwärts. Die Bäume in Hochlagen wachsen aber trotz höherer Temperaturen nicht schneller, während jene im Tal durch Trockenheit eingeschränkt werden, erklärte die Waldexpertin Sonja Vospernik der APA am Rande des Österreichischen Klimatags in Salzburg. Die Kälteanpassung hindert Hochlagenbäume, rasch auf günstigere Verhältnisse zu reagieren.

Das Wachstum in tiefen Lagen ist durch Trockenheit begrenzt

In Österreich ist das Wachstum der Bäume in tiefen Lagen vor allem durch Trockenheit begrenzt, in den höheren Lagen von niedrigen Temperaturen, so Vospernik, die am Institut für Waldwachstum der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien forscht. Bisher habe man angenommen, dass sich die Seehöhen-Vegetationsstufen einfach nach oben verschieben - die Bäume in Hochlagen würden demnach stärkeres Wachstum zeigen und die vermehrten "Trockenheitsprobleme" der Bäume im Tal kompensieren.

Dem ist aber nicht so. Während in Tieflagen etwa im Jahr 2015 extrem starke Einbrüche im Wachstum der Bäume zu verzeichnen waren, zeigten die Bäume auf den Bergen keinen vermehrten Zuwachs durch höhere Temperaturen.

Das meiste Wachstum von April bis Juli

Vospernik hat mit Kollegen bei mehr als hundert Bäumen an verschiedenen alpinen Standorten das Wachstum zwischen 2012 und 2015 mit sogenannten "Banddendrometern" verfolgt. Diese messen den Zuwachs des gesamten Stammes. Von den drei Millimetern, die jeder Baum im Schnitt zulegte, war das meiste Wachstum (75 Prozent) zu Beginn der Vegetationszeit von April bis Anfang Juli zu verzeichnen, berichtet sie. Trockenheit in dieser Zeit, wie sie im Moment gerade herrscht, sind demnach sehr schlecht für die Bäume. Dies passierte im Frühjahr 2015, und es gab damals "dramatische Einbrüche" im Wachstum", sagte die Forscherin.

Während die Bäume in den Tallagen vermehrt an solchen Trockenzeiten leiden, profitieren jene weiter oben nicht durch den Klimawandel. Sie zeigten keinen Wachstumszuwachs bei höheren Temperaturen, sagte Vospernik. "Wir glauben, dass die Hochlagen-Bäume genetisch so gut an kalte Temperaturen angepasst sind, dass sie nicht rasch auf die Erwärmung reagieren und schneller wachsen können."





Schlagwörter

Umwelt, Natur, Klimawandel

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Dokument erstellt am 2018-04-25 10:53:02
Letzte Änderung am 2018-04-25 10:57:21


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